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15.12.2017

Deutsche Ärzte bringen allergologisches Fachwissen nach Nepal

In Nepal sind Allergien auf dem Vormarsch, doch erst seit 2013 gibt es überhaupt allergologisches Fachwissen vor Ort. Mit dem ersten Allergie-Kongress in Nepal und einem intensiven Austausch unterstützen bayerische Ärzte die dortigen Kollegen bei der Behandlung von Allergikern.

Der weltweite Anstieg von Allergien lässt sich vor allem in Entwicklungsländern beobachten. So zeigten bei ersten Allergietests in Nepal, die 2013 von der Neutraublinger Allergologin Henriette Müller durchgeführt wurden, über 60 Prozent der getesteten Dermatologie-Patienten des Dhulikhel-Krankenhauses (Universitätsklinikum von Kathmandu) beim Hautpricktest positive Reaktionen, knapp zwei Drittel von ihnen reagierten allergisch auf Hausstaubmilben. Ursächlich für diese Allergien in Nepal sind schlechte hygienische Bedingungen, die z.B. zu einem starken Milbenbefall in den Matratzen führen. Auch einfache Öfen und offene Feuerstellen wirken sich negativ auf die Allergieprävalenz in dem südasiatischen Land mit rund 30 Millionen Einwohnern aus. Die Diagnose und Behandlung von Allergien stellt die medizinische Infrastruktur in Nepal vor eine Herausforderung. Den Ärzten fehlen Fachwissen und Equipment, um Allergien zu testen und zu behandeln. Eine Kooperation zwischen Ärzten des nepalesischen Dhulikhel-Krankenhauses und Medizinern aus der bayerischen Oberpfalz will die Situation vor Ort verbessern.

Deutsche organisieren ersten Allergologie-Kongress in Nepal

Im Rahmen dieser Kooperation haben die fünf Mediziner PD Dr. Michaela Huber, Stellvertretende Leiterin der Interdisziplinären Notaufnahme des Universitätsklinikums Regensburg, Dr. Wolfgang Sieber, Ärztlicher Direktor der Kreisklinik Wörth an der Donau, Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Regensburg, Henriette Müller, Allergologin aus Neutraubling, Gastroenterologe Dr. Michael Weidenhiller und Allgemeinmediziner Dr. Roland Lenoch aus Regensburg Anfang November 2017 den ersten allergologischen Kongress Nepals im Dhulikhel Krankenhaus mit organisiert. Der Kongress informierte rund 170 nepalesische Ärzte – darunter auch die Präsidenten und namhafte Repräsentanten der Universität Kathmandu – über multidisziplinäre Ansätze der Allergologie sowie zur sublingualen und subkutanen Immuntherapie. In Hands-on-Workshops lernten die Teilnehmer das Durchführen von Hautpricktests, Hautpatchtests und Provokationstests. Live-Demonstrationen vertieften das praktische Wissen.

Allergologisches Fachwissen vor Ort etablieren

„Dies war der erste internationale multidisziplinäre Allergologie-Kongress in Nepal überhaupt. Damit haben wir unsere Expertise und Erfahrung in der Allergologie mit den nepalesischen Ärzten geteilt. Für die Allergiepatienten vor Ort war der Kongress ein wichtiger Schritt zu mehr Lebensqualität“, erklärt Dr. Michaela Huber. Die Tagung wurde weitgehend von Deutschland aus geplant. Für die Organisation vor Ort waren Prof. Dharmendra Karn, Leiter der Abteilung für Dermatologie des Dhulikel Krankenhauses, und Dr. Shekhar KC, Dermatologe im Dhulikhel Krankenhaus, verantwortlich. Die Entfernung der 6.500 Kilometer zum Veranstaltungsort überbrückten die deutschen Ärzte via Online-Kommunikation mit den dortigen Kollegen. „Unser Fokus liegt auf den Patienten. Es ist uns ein großes Anliegen, die medizinische Versorgung in Nepal zu verbessern. Zur Realisation des Projekts gehörte auch eine ordentliche Portion Idealismus, zumal die deutschen Reiseteilnehmer für ihre Kosten selbst aufkamen",  beschreibt Dr. Wolfgang Sieber seine Motivation zum Helfen. Unterstützt wurde der Erste Allergologische Kongress Nepals von der Nepal Pediatric Society, der Society of Internal Medicine of Nepal, der Society of Dermato-Venero-Leprologist of Nepal und der Society of Otolaryngologists of Nepal, in Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum Regensburg, der Kreisklinik Wörth an der Donau, der Praxis Dres. Müller, Wildner, Lohner in Neutraubling, Lehrpraxis der Universität Regensburg, und dem Senior Expert Service, Bonn.

Deutsch-Nepalesische Kooperation zum Wissenstransfer

Die aktive Zusammenarbeit zwischen dem Dhulikhel Krankenhaus und Medizinern der Oberpfalz hat sich aus der Hospitation eines nepalesischen Arztes an der Kreisklinik Wörth an der Donau im Jahr 2012 entwickelt. Es umfasst unter anderem Rotationen für Ärzte beider Länder und den Austausch klinischer sowie wissenschaftlicher Informationen. Die Kooperation führte zur Gründung einer Allergie-Abteilung im Dhulikhel Hospital in Nepal, die 2013 den Betrieb aufnahm. Im November 2015 haben die Universität und das Universitätsklinikum Regensburg eine offizielle Kooperation mit der Kathmandu University School of Medical Sciences in Nepal für einen gegenseitigen Wissenstransfer geschlossen. Einen wichtigen Schritt zur Etablierung der Allergologie in Nepal unternahm Shekhar KC mit seiner 2016 verfassten Dissertation, für die er bei 370 nepalesischen Schulkindern Pricktests durchführte und deren klinische Relevanz beurteilte. Dr. Shekhar hospitierte 2015 bei den bayerischen Kooperationspartnern. Das Dhulikhel-Krankenhaus bietet als spendenfinanzierte, gemeinnützige NGO breiten Teilen der Bevölkerung Zugang zu einer medizinischen Versorgung.

Mitstreiter gesucht, Spenden willkommen

Und die Zusammenarbeit geht weiter: In Zukunft sind weitere gemeinsame Projekte wie zum Beispiel die Hospitation einer nepalesischen Dermatologin geplant. Für einen erfolgreichen Wissenstransfer nach Nepal freuen sich die Mediziner aus der Oberpfalz immer über Mitstreiter. Interessierte können sich bei Dr. Wolfgang Sieber (E-Mail: sieber@kreisklinik-woerth.de) oder Henriette Müller (E-Mail: mueller-yeti@gmx.de) melden. Wer für das Dhulikhel Krankenhaus spenden möchte, kann dies über die Namasté Stiftung tun: Spendenkonto Raiffeisenbank Gilching, IBAN: DE50 7016 9382 0000 0003 45, BIC: GENODEF1GIL. Für die Zusendung einer Spendenbescheinigung geben Sie bitte unter Verwendungszweck Ihre vollständige Postanschrift an.

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Letzte Aktualisierung: 15.12.2017 | Online-Redaktion
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