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Zentrum für Hirntumoren (ZHT)

Präoperatives Monitoring und Wachoperation

Neuropsychologische Untersuchung

Neuropsychologie

Untersuchung von Gehirnfunktionen

In einer neuropsychologischen Untersuchung wird festgestellt, ob bestimmte Hirnregionen in Aufmerksamkeit, Wahrnehmung Gedächtnis, Sprache und Motorik langsamer als andere Regionen arbeiten, so dass Aussagen dazu möglich sind, ob Hirnregionen, die in MRT- oder CT-Bildern auffällig aussehen, tatsächlich in ihrer Funktion eingeschränkt sind oder ob diese Regionen trotz der Auffälligkeit in den MRT- und CT-Bildern normal arbeiten.

Besonders wichtig sind die Informationen über Regionen, in denen eine Resektion geplant wird oder die in der Nähe von Regionen liegen, für die eine Resektion geplant wird, so dass der Neurochirurg berücksichtigen kann, wie gut die Funktionstüchtigkeit der Hirnareale in und um die Resektionslokalisation ist.

Wenn der Patient, der Neurochirurg und der Anästhesist sich für eine Operation im wachen Zustand entscheiden, um eine präzise Zuordnung von Hirnfunktion und Lokalisation in und um Resektionsareale im Operationsraum vorzunehmen, werden die Ergebnisse der neuropsychologischen Untersuchung als Vergleichswert für die intraoperative neuropsychologische Diagnostik herangezogen. Die Ergebnisse der ersten Untersuchung werden ebenso dazu verwendet, die Leistungsfähigkeit von Hirnfunktionen direkt und später nach der Operation zu vergleichen und Veränderungen oder den Erhalt der Leistungsfähigkeit zu dokumentieren. Mit diesen Informationen kann ein zielgerichtetes Training zur Stabilisierung und Verbesserung geplant werden.

Ansprechpartner Neuropsychologie
Dipl.- Psych. Ralf Lürding
Klinik und Poliklinik für Neurologie
Tel.: 0941 941-3043
E-Mail: ralf.luerding@medbo.de

 

Psychologie

Funktionelle MRT-Bildgebung

Die funktionelle Magnetresonanztomographie (fMRT) ist eine nicht invasive Methode zur Darstellung von neuronaler Aktivität im Gehirn. Diese Methode nutzt die unterschiedlichen magnetischen Eigenschaften von sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Blut. Der Nachweis neuronaler Aktivität läuft dabei indirekt und ohne ionisierende Strahlung über die Messung der Konzentrationsänderungen von sauerstoffreichen und sauerstoffarmen Blut in den aktiven Hirnarealen.

Die funktionelle Magnetresonanztomographie hat eine große Bedeutung in der neurowissenschaftlichen Forschung. Darüber hinaus nutzen wir sie im klinischen Zusammenhang, um die individuelle Ausbreitung und Lage der mit wichtigen geistigen und motorischen Funktionen betrauten Gehirnareale zu bestimmen. Dies bietet den Vorteil einer besseren Risikoeinschätzung von postoperativen sprachlichen, mnestischen oder motorischen Defiziten. Das Wissen um die Lage und Distanz dieser kritischen Gehirnareale zum Tumor bietet dem Neurochirurgen eine wichtige Informationsquelle für die Operationsplanung. Darüber hinaus werden diese präoperativ erstellten fMRT Daten in das Neuronavigationssystem eingelesen, so dass der Chirurg während der Operation immer die Möglichkeit besitzt zu überprüfen, wo er sich relativ zu diesen kritischen Hirnarealen befindet.

Ansprechpartner Psychologie
Dr. phil. Katharina Rosengarth, M.A.
Institut für Experimentelle Psychologie
Tel.: 0941 943-3868
E-Mail: katharina.rosengarth@psychologie.uni-regensburg.de

 

Anästhesiologie

Begleitung und Kommunikation statt Narkose

Damit bei der Operation eines Tumors in der Nähe der Hirnregion, die für Sprechen und Motorik zuständig ist, diese wichtigen Funktionen unbeschädigt erhalten bleiben, soll der Patient während der Operation für die Testung wach sein. Dies wird gewöhnlich durch eine Schlaf-Wach-Schlaf-Technik bewerkstelligt, bei der der Patient für die Eröffnung des Schädels eine Narkose oder sehr starke Analgosedierung erhält, anschließend für die Testung aufgeweckt wird und während der Operation immer wieder Schmerz- und Schlafmittel erhält.

Wir haben nun gefunden, dass dies gar nicht notwendig ist, der Operationsschmerz sehr gut mit kranialen Leitungsblockaden genommen werden kann und die übrigen Belastungen gut mit Begleitung und Kommunikation zu überwinden sind. Dadurch werden Nebenwirkungen der Anästhetika wie Blutdruck- und Pulsschwankungen, Atemstörungen und Sauerstoffminderversorgung, Narkoseüberhang, Übelkeit und Desorientiertheit vermieden und der Patient ist jederzeit uneingeschränkt für die Funktionstestungen bereit und kooperativ. Zahlreiche Patienten haben in dieser Weise ihre Wachkraniotomie unter hoher Kreislaufstabilität und Patientenzufriedenheit unter aktiver Beteiligung erlebt.

Von großer Bedeutung ist, dass der Anästhesist durchgehend für den Patienten als Ansprechpartner zur Verfügung steht, Negativsuggestionen im medizinischen Umfeld vermieden werden und die erhöhte Empfänglichkeit für Suggestionen in dieser Situation für positive, stützende Anregungen genutzt wird. Der Patient wird ermuntert, durch Musik unterstützt, sich an seinen persönlichen, sicheren  Wohlfühlort zurückzusziehen und alle Eindrücke und Geräusche dazu passend umzuinterpretieren. Jederzeit steht für ihn das gesamte Spektrum moderner Anästhesiemethoden bereit, doch wird nur soviel eingesetzt wie er wirklich auch braucht. So werden optimale Operations- und Testbedingungen gewährleistet.

Ansprechpartner Anästhesiologie
Prof. Dr. Dr. Ernil Hansen
Klinik für Anästhesiologie
E-Mail: ernil.hansen@ukr.de

 

Neurochirugie

Wachoperation unter Funktionsüberprüfung

Nach der Betäubung der Kopfhaut mit einem Lokalanästhetikum wird der Kopf mit einer Klammer befestigt, um ein Verwackeln während der Operation zu vermeiden. Nach dem Hautschnitt und dem Entfernen eines Knochendeckels erfolgt zunächst die ausführliche Testung des Hirngewebes. Wir benutzen kleine Elektroden, um das Hirngewebe vorsichtig mit schwachem Strom zu stimulieren. Währenddessen muss der Patient bestimmte Aufgaben (Sprechen/Lesen/Bewegungen) durchführen. Bei Stimulation eines wichtigen Hirnareals kommt es zu einem vorübergehenden Ausfall der entsprechenden Funktion. Somit kann zwischen funktionsfähigem Gehirn und Tumorgewebe (= ohne Funktion) unterschieden werden. Man kann hierdurch das Operationsrisiko senken und den größtmöglichen Tumoranteil entfernen. Die Tumorentfernung wird in mikrochirurgischer Technik unter dem Mikroskop durchgeführt. Ein modernes Navigationssystem und ein Ultraschallaspirator zur schonenden Tumorentfernung kommen zum Einsatz. 

Ansprechpartner Neurochirurgie
Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie
Dr. med. Christian Doenitz
Tel.: 0941 944-9027
E-Mail: christian.doenitz@ukr.de 

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 13.06.2014 | Online-Redaktion
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