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Zentrum für Hirntumoren (ZHT)

Hirntumoren

Häufigkeit und Einteilung

Tumoren im Bereich des zentralen Nervensytems (Gehirn und Rückenmark) sind vergleichsweise selten. Etwa die Hälfte der Fälle wird durch Hirntumoren verursacht, die im Hirngewebe selber entstanden sind (primäre Hirntumoren). Im Gegensatz dazu stehen Hirnmetastasen anderer Tumoren, die von ausserhalb des zentralen Nervensystems abgesiedelt haben (sekundäre Hirntumoren; besonders häufig in dieser Gruppe sind Absiedlungen aus Lungentumoren, Brusttumoren und Melanomen). 

Die primären Hirntumoren werden nach dem im Tumor vorherrschenden Zelltyp und seinem Ursprungsgewebe eingeteilt. Zusätzlich erfolgt eine Einteilung in vier Schweregrade von I bis IV, wobei es sich bei Typ IV um eher schnell wachsende Tumoren handelt. Etwa 45 Prozent aller primären Hirntumoren sind Gliome, das heisst Tumoren, die vom Stützgewebe des Nervensystems ausgehen. In letzter Zeit setzt sich zunehmend eine Einteilung durch die auch genetische Faktoren einbezieht (Stichworte sind: Methylierung des MGMT-Promoters, IDH1, LOH1p19q, ATRX). Diese genetischen Faktoren ermöglichen teilweise eine bessere Abschätzung der Prognose, aber auch eine personalisierte Therapie, indem Patienten nach Analyse der Faktoren in klinischen Studien bewiesen wirksame Therapien empfohlen werden können.

Die Gruppe der Gliome beinhaltet

Innerhalb dieser Gruppe machen die Astrozytome WHO Grad III (anaplastisches Astrozytom) und Grad IV (Glioblastom) den größten Anteil aus.

 

Häufig sind ebenfalls Meningeome (Tumoren der Hirnhäute). 

Demgegenüber sind:  

seltener.  

Sehr selten bei Erwachsenen sind Medulloblastome oder primitive neuroektodermale Tumoren (PNET), Keimzelltumoren und einige andere Tumoren.

Bis auf wenige Ausnahmen bilden primäre Hirntumoren keine Absiedlungen (Metastasen) im restlichen Körper. 

 

Symptomatik

Tumoren des zentralen Nervensystems können durch eine Vielzahl von Beschwerden auffällig werden. Entscheidend für die Symptome ist weniger der Typ des Tumors als vielmehr die Lage innerhalb des Gehirns oder des Rückenmarks. Häufig sind Kopfschmerzen (ca. 35%), Krampfanfälle (ca. 30%), Wesens- und Persönlichkeitsveränderungen (ca. 20%) und fokal-neurologische Störungen. Unter fokal-neurologischen Störungen versteht man beispielsweise eine Halbseitenlähmung, eine Gefühlsstörung einer Körperseite, eine Gesichtsfeldeinschränkung (Grosshirn), eine Gangunsicherheit (Kleinhirn), oder auch eine Schluckstörung oder Augenbewegungsstörung (Hirnstamm).

 

Diagnostik

Die Diagnose eines Hirntumors stützt sich neben der Krankheitsgeschichte und der klinisch-neurologischen Untersuchung auf technische Untersuchungen. Am wichtigsten sind bildgebende Verfahren, wobei die Computertomographie (CT) und die Kernspintomographie (MRT, NMR, MRI) den größten Stellenwert haben. CT und MRT stellen die anatomischen Strukturen des Gehirns oder Rückenmarks dar.

Zunehmend gewinnen auch funktionelle bildgebende Verfahren, die Stoffwechselvorgänge im Körper darstellen, wie die Positronen Emissions Tomographie (PET) mit Aminosäuren (FET-PET und Met-PET) in der Diagnostik vor der Operation, zur Strahlentherapieplanung und in der Tumornachsorge an Bedeutung.

Je nach Tumortyp und Behandlungsplan werden weitere Untersuchungen, beispielsweise der inneren Organe oder des Knochenmarks, durchgeführt.

 

Therapie und Nachsorge

Nach Abschluss der Diagnostik wird gemeinsam mit dem Patienten ein Behandlungsplan entworfen. Im Normalfall wird versucht, Hirntumoren nach internationalen Richtlinien, im Regelfall im Rahmen von klinischen Studien, zu behandeln, um zwischen den Behandlungszentren vergleichbare Ergebnisse zu erzielen und verbesserte Therapieverfahren zu erreichen. Gerade die Behandlung von Tumorerkrankungen lebt von einer ständigen Weiterentwicklung der Therapieverfahren.

Die Therapie der primären Gehirntumoren besteht in den meisten Fällen aus einer Kombinationsbehandlung mit Operation, Strahlen- und / oder Chemotherapie. In der Regel wird eine vollständige Entfernung des Tumors angestrebt, die für den weiteren Verlauf einen wichtigen Faktor darstellt, in manchen Fällen aber aufgrund der ungünstigen Lage des Tumors nicht möglich ist.

Die vollständige Entfernung eines gutartigen Tumors (WHO Grad I) erfolgt mit dem Ziel der Heilung. Bei höhergradigen Gliomen (WHO Grad III und IV) und den meisten anderen primären Hirntumoren gehört die Strahlenbehandlung zur Standardtherapie, weil durch eine alleinige Operation eine deutliche Verbesserung der Überlebenszeit nicht möglich ist.

In den letzten Jahren hat sich die Chemotherapie bei Hirntumorpatienten immer mehr durchgesetzt, weil sich gezeigt hat, dass ein Teil der Patienten davon deutlich profitiert. Momentan wird versucht, durch eine möglichst optimale Koordination von Operation, Bestrahlung und Chemotherapie eine möglichst grosse Lebenszeitverlängerung bei guter Lebensqualität zu erreichen.

Entgegen oft vorhandenen Befürchtungen sind diese Therapien im Regelfall gut verträglich und schränken die Lebensqualität nur wenig ein. Nebenwirkungen können in vielen Fällen zufriedenstellend bekämpft werden. Die zeitliche Abfolge der verschiedenen Therapieformen hängt vom jeweiligen Behandlungsschema ab und kann auch bei Patienten mit dem gleichen Tumor unterschiedlich sein.

 

 

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Letzte Aktualisierung: 28.10.2015 | Online-Redaktion
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