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Zentrum für Tiefe Hirnstimulation

THS bei Parkinson

Die Parkinson’sche Erkrankung ist die bei der die THS (Tiefe Hirnstimulation) mit Abstand am Häufigsten eingesetzt wird. Der Morbus Parkinson ist eine Krankheit bei der es zu einem Untergang von dopaminproduzierenden Zellen im Mittelhirn kommt. Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff im Gehirn und wenn Dopamin knapp wird kommt es zu den typischen Symptomen mit Muskelsteifigkeit (Rigor), Zittern (Tremor), Unterbeweglichkeit (Akinese) und oft auch Standunsicherheit (posturale Instabilität). Vor allem die ersten drei Kardinalsymptome sprechen meist sehr gut auf dopaminerge Medikamente an.

Etwa 10 % aller Parkinsonpatienten sind erst 40 Jahre alt (oder jünger) wenn die Erkrankung beginnt. Parkinson kann heute sehr lange sehr gut mit Medikamenten behandelt werden. Im längeren Verlauf kommt es jedoch vor allem bei Patienten, die lange hohe Dosen von L-Dopa brauchten zu sogenannten motorischen Spätkomplikationen. Dieses Phänomen tritt bei jüngeren Parkinsonpatienten deutlich früher im Krankheitsverlauf auf als bei älteren. Dabei kommt es trotz optimaler Therapie zu Schwankungen der Beweglichkeit im Tagesverlauf, so dass – oft unvorhersehbar – plötzlich unwillkürliche, nur schwer unterdrückbare Überbewegungen auftreten, abgewechselt von Phasen mit deutlicher Unterbeweglichkeit.
Gerade diese Phasen mit Schwankungen der Beweglichkeit (Fluktuationen bzw. motorische Fluktuationen) sprechen sehr gut auf eine THS an. Bei Parkinsonpatienten werden die Schrittmacherelektroden dazu ganz überwiegend in den sogenannten Nucleus subthalamicus (STN) eingepflanzt. Damit werden die Fluktuationen stark abgemildert und die Beweglichkeit insgesamt verbessert, so dass die Medikamente meistens deutlich reduziert werden können. Der Erfolg der Operation ist im Rahmen eines vorherigen stationären Aufenthaltes in der Neurologie durch den standardisierten L-Dopa Test vorhersagbar. Dabei werden für eine Nacht alle Parkinsonmedikamente abgesetzt, so dass die Symptomatik ganz zum Ausdruck kommt. Am nächsten Morgen wird dann eine überschwellige, schnell wirksame L-Dopa Dosis gegeben. Das Ansprechen auf diese L-Dopa Gabe entspricht dem Ansprechen auf die Tiefe Hirnstimulation, das heißt alle Symptome die dabei besser werden, werden sich vorraussichtlich in etwa gleichem Ausmaß auch nach der Operation bessern. Eine positive Ausnahme von dieser Regel stellt das Zittern (Tremor) dar: der Tremor kann meist gut durch die Stimulation unterdrückt werden, auch wenn er vorher kaum auf Medikamente angesprochen hat.

Der Effekt der Operation ist langfristig anhaltend. Die Parkinsonkrankheit schreitet zwar auch mit der Stimulation weiter fort, so dass diese Behandlung keine Heilung bedeutet, aber eine große Untersuchung konnte zeigen, dass die Symptome auch nach 5 Jahren noch sehr gut durch die Stimulation unterdrückt werden können (Krack et al., NEJM 2003). Darüberhinaus konnte in zwei neueren Untersuchungen (Deuschl et al., NEJM 2006 sowie Weaver et al., JAMA 2009) gezeigt werden, dass beim fortgeschrittenen Parkinsonsyndrom die Schrittmacherbehandlung der medikamentösen Therapie überlegen ist, weil sowohl die Beweglichkeit als auch die Lebensqualität mit der Schrittmacherbehandlung stärker verbessert wird als mit einer ausgefeilten Tablettenbehandlung.

Tatsächlich muss die Entscheidung zu einem solchen Eingriff aber immer im Einzelfall in einem Beratungsgespräch zwischen dem Patienten und dem Behandlungsteam nach ausführlichen Voruntersuchungen abgewogen werden.

Ein unverbindliches, informatives Vorgespräch kann allerdings nach telefonischer Anmeldung und Terminvereinbarung jederzeit in der Neurochirurgie (Tel.: 0941 / 944-9010) oder in der Neurologie (Tel.: 0941 / 941-3003) erfolgen.

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Letzte Aktualisierung: 02.02.2012 | Online-Redaktion
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