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Zentrum für Tiefe Hirnstimulation

THS bei Dystonie

Dystonien sind Erkrankungen die mit einer gestörten Bewegungskontrolle einhergehen. Sie beginnen häufig schon in der Kindheit, können aber auch erst im Erwachsenenalter auftreten. Es gibt Dystonien (tonische oder immobile Dystonien), die mit einer schwer überwindbaren abnormen Haltung einer bestimmten Körperregion einhergehen sowie phasische oder mobile Dystonien, die oft unwillkürlich einschießende, ausfahrende Bewegungen verursachen. Vor allem die mobilen Dystonien sprechen, nach den bisher vorliegenden systematischen Untersuchungen, gut auf eine bilaterale Stimulation im Globus pallidus internus (GPi) an.
Dabei gibt es Dystonien, die nur eine einzige Körperregion betreffen (fokale Dystonien), die mehrere Körperregionen betreffen (segmentale Dystonien) und solche, die den ganzen Körper betreffen (generalisierte Dystonien). Die häufigste fokale Dystonie ist der Schiefhals (Torticollis spasmodicus).

Dystonien können oft mit Medikamenten (Tabletten) oder Spritzen (Botulinumtoxin) gut behandelt werden. Einige Patienten sprechen darauf jedoch nicht gut an oder haben starke Nebenwirkungen. Für solche Patienten kann eine tiefe Hirnstimulation (THS oder DBS für deep brain stimulation) erwogen werden.
Eine erste Untersuchung in Frankreich an jugendlichen Kindern konnte bereits im Jahr 2000 zum Teil überwältigende Ergebnisse zeigen (Coubes et al., The Lancet 2000).

Anders als bei der Parkinsonkrankheit gibt es jedoch bisher keinen Test mit dem man das Ansprechen auf die Operation beim einzelnen Patienten vorhersagen kann. Es wurden deswegen weitere systematische Untersuchungen angestellt (Kupsch et al., NEJM 2006; Vidailhet et al., NEJM 2005; Vidailhet et al., Lancet Neurology 2007; Hung et al., Neurology 2007). Diese Arbeiten zeigen, dass die tiefe Hirnstimulation bei allen Formen von Dystonien wirksam sein kann und dass offensichtlich Patienten mit mobilen Dystonien (also mit Überbewegungen) besser auf die Operation ansprechen als Patienten mit tonischen Dystonien.

Tatsächlich muss die Entscheidung zu einem solchen Eingriff immer im Einzelfall in einem Beratungsgespräch zwischen dem Patienten und dem Behandlungsteam nach ausführlichen Voruntersuchungen abgewogen werden.

Ein informatives Vorgespräch kann nach telefonischer Anmeldung und Terminvereinbarung jederzeit in der Neurochirurgie (0941 / 944-9010) oder in der Neurologie (0941 / 941-3003) erfolgen.

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Letzte Aktualisierung: 02.02.2012 | Online-Redaktion
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