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11.10.2017

m4-Award für MS-Forschung am UKR

Am 10. Oktober 2017 wurde der m4-Award an Forschergruppen aus Bayern im Bereich der personalisierten Medizin verliehen – darunter ein Team des Universitätsklinikums Regensburg (UKR).

Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie hat am Abend des 10. Oktober 2017 im Rahmen des BioEntrepreneurship Summit 2017 im Biomedizinischen Centrum auf dem Campus Martinsried/Großhadern die Gewinner des bayerischen m4-Awards bekannt gegeben. Der Preis ging an fünf bayerische Forschergruppen, deren biomedizinische und anwendungsorientierte Projekte Potential für eine Unternehmensgründung versprechen. So wurden Professor Dr. Matthias Mack und Dr. Kerstin Renner aus der Abteilung für Nephrologie des UKR für ihren Forschungsansatz zur Behandlung von Multipler Sklerose ausgezeichnet. Damit verbunden ist eine Förderung von 500.000 Euro über zwei Jahre, womit die Projektidee weiterentwickelt und validiert werden soll, um eine Ausgründung vorzubereiten. Die Wissenschaftler erhalten dabei nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch eine aktive Begleitung durch die biotechnologische Netzwerkorganisation BioM als Organisator des m4-Wettbewerbs und weitere Partner des „Gründerlandes Bayern“ sowie Branchenexperten.  

Professor Mack und Dr. Renner beschäftigen sich in ihrer Forschungsarbeit mit einer Kombinationstherapie, die die Nachteile der konservativen Therapie bei Multipler Sklerose ausgleichen soll. Etwa 2,5 Millionen Menschen leiden weltweit an der Autoimmunerkrankung Multiple Sklerose, bis zu 90 Prozent davon an einer Form mit akuten Schüben. Um die aufgrund eines Schubes entstehenden Entzündungsreaktionen zu behandeln, stehen vor allem hochdosierte Steroide wie Kortison zur Verfügung. Auf diese sprechen allerdings etwa 40 Prozent der Patienten nicht adäquat an und tragen akkumulierende Schäden davon. Professor Mack und Dr. Renner verfolgen deshalb den Ansatz einer Kombinationstherapie aus Steroiden und einem humanisierten Antikörper. Der Antikörper richtet sich gegen bestimmte Immunzellen – sogenannte Monozyten, die das Oberflächenprotein CCR2 tragen. Diese Zellen, die für die Gewebszerstörung verantwortlich sind, sollen durch die Antikörpertherapie kurzfristig entfernt werden, um die zerebralen Gewebsschäden bei MS-Schüben gering zu halten. Mit Hilfe der Forschungsförderung will das Team die synergistische Wirkung von Steroiden und CCR2-Antikörpern präklinisch näher untersuchen. „Wir hoffen, unseren Forschungsansatz so weiterentwickeln zu können, dass die Ergebnisse in naher Zukunft in die klinische Behandlungsstrategie bei Multipler Sklerose einfließen können. Patienten würden von einer passgenaueren Therapie profitieren“, so Professor Mack. 

Die Preisträger Professor Dr. Matthias Mack (2.v.r.) und Dr. Kerstin Renner mit Professor Horst Domdey (Geschäftsführer BioM, l.) und Dr. Bernhard Schwab (Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, r.)
Die Preisträger Professor Dr. Matthias Mack (2.v.r.) und Dr. Kerstin Renner mit Professor Horst Domdey (Geschäftsführer BioM, l.) und Dr. Bernhard Schwab (Amtschef des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, r.)
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Mit dem m4-Award fördert der Freistaat innovative Produkte, Technologien und Dienstleistungen, welche die Weiterentwicklung der personalisierten Medizin entscheidend vorantreiben. Der Preis ist das Resultat eines bayernweiten Wettbewerbes im Bereich der angewandten, molekularen Medizin und hat seinen Ursprung in einer gleichnamigen Programmatik des Münchner Spitzenclusters m4. Seit 2011 ist der Wettbewerb mit Mitteln des bayerischen Wirtschaftsministeriums über München hinaus auf ganz Bayern ausgeweitet worden.

 

Bildquelle: BioM

 

 

 

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Letzte Aktualisierung: 11.10.2017 | Online-Redaktion
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