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27. Juli 2012

Lebertransplantation: Stellungnahme UKR

Stellungnahme des Universitätsklinikums Regensburg zu den Vorfällen im Bereich der Lebertransplantation

Das Universitätsklinikum Regensburg (UKR) hatte von 2004 bis 2008 eine Lebertransplantations-Kooperation mit dem Jordan Hospital, Amman, Jordanien; eine Kooperation, die damals mit Wissen und Unterstützung der Bayerischen Staatsregierung zur Förderung des Standortes Bayern im Arabischen Raum durchgeführt wurde - mit dem Ziel vor Ort ein Lebendspende-Lebertransplantationsprogramm aufzubauen und dies wissenschaftlich zu begleiten. Im Rahmen dieser Kooperation fanden 34 Lebendspende-Lebertransplantationen in Jordanien sowie zwei in Regensburg statt. Die Kooperation bezog sich ausschließlich auf Lebendspenden von Angehörigen für Angehörige, Transplantationen mittels postmortaler Organspende waren nie geplant. 

Im Rahmen eines lebensbedrohlichen Notfalles wurde jedoch im Jahr 2005 eine Leber aus dem Eurotransplant-Raum nach Jordanien geflogen. Zum Hintergrund: Ursprünglich sollte diese Lebendspende-Transplantation der 43 jährigen Patientin in Regensburg erfolgen. Wie bei einer geplanten Lebendspende in Deutschland formell erforderlich, wurde die Patientin daher auf die Warteliste gesetzt. Jedoch erfolgte die Lebendspende-Transplantation aus organisatorischen Gründen in Jordanien. Dort kam es nach der Transplantation zu einer Nicht-Funktion des Transplantates, so dass die einzige Überlebensoption für die Patientin eine rasche Re-Transplantation war. Oberarzt O. hatte die Patientin zur notfallmäßigen Re-Transplantation angemeldet und dabei gegenüber Eurotransplant fälschlich angegeben, die Patientin sei in Regensburg. 

Dieser Vorfall wurde auf gemeinsames Ersuchen von Eurotransplant und des Transplantationszentrums Regensburg von der Prüfungskommission der Ständigen Kommission Organtransplantation (StäKO) der Bundesärztekammer einer ausführlichen Prüfung unterzogen.  

Im Rahmen dieser Prüfung wurden weitere Unregelmäßigkeiten festgestellt: Drei weitere Patienten, waren auf der Regensburger Warteliste bei Eurotransplant gemeldet worden. Bei diesen Patienten war ebenfalls eine Transplantation mittels Lebendspende in Regensburg geplant gewesen, die Transplantation wurde jedoch in Jordanien durchgeführt. Diese Patienten wurden ebenfalls nicht von der Warteliste genommen, zudem wurde teils fälschlich als Wohnort die Anschrift des Uniklinikums Regensburg und die Patienten als "residents" in Deutschland angegeben. Diese Eintragungen waren fehlerhaft. Es wurde jedoch in keinem der Fälle aufgrund dieser Eintragungen ein Organ aus der Warteliste von Eurotransplant transplantiert, es erfolgten jeweils Lebendspenden der Angehörigen in Jordanien. 

Diese Vorgänge wurden damals umfassend geprüft, aufgearbeitet und bewertet. Die ausführliche Prüfung durch die Staatsanwaltschaft, das Bayerische Ministerium für Justiz, das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, das Bayerische Staatsministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, die Bundesärztekammer und den Aufsichtsrat des Universitätsklinikums Regensburg, hat ergeben, dass kein strafrechtlich relevantes Verhalten vorliegt. Nach Prüfung der Sachlage wurde außerdem kein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.

Um sicher zu stellen, dass solche Vorgänge so nicht mehr vorkommen können, wurde der Fall seinerzeit zum Anlass genommen, um in enger Abstimmung mit den zuständigen Staatsministerien sowie dem Aufsichtsrat des UKR detaillierte Richtlinien für die künftige Vornahme von Organtransplantationen mit Auslandsbezug zu erarbeiten und für unser Haus verbindlich in Kraft zu setzen.

Nach Bekanntwerden der Vorfälle in Göttingen (SZ-Artikel vom Freitag, 20.7.2012) hat der Vorstand des Universitätsklinikums Regensburg bereits am Montag (23.7.2012) veranlasst, dass derzeit sämtliche Lebertransplantationen am UKR im Zeitraum 2003 - 2008 - dem Zeitraum in welchem Oberarzt O. am UKR tätig war - einer genauen Einzelfallprüfung unterzogen werden.

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Letzte Aktualisierung: 24.08.2012 | Online-Redaktion
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