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30. Mai 2011

Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen gegründet

Hördiagnostik

Am Samstag, 28. Mai 2011 wurde das Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen am Universitätsklinikum Regensburg eröffnet.

Mehr als 150 Fachleute trafen sich am vergangenen Samstag am Universitätsklinikum, als Prof. Jürgen Strutz, Direktor der Klinik und Poliklinik für   Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde das Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen eröffnete. "Wir haben unsere Kompetenz gebündelt: wir wollen hier die neuesten Konzepte zur Früherkennung und Behandlung kindlicher Hörstörungen perfektionieren."

"Nahezu jede Hörstörung kann heute mit den besten Chancen für die Entwicklung eines Kindes behandelt werden", erklärte Prof. Peter Kummer, der seit einem Jahr die Phoniatrie und Pädaudiologie am Universitätsklinikum leitet. "Unser Ziel ist, jedes schwerhörige Kind so schnell wie möglich zu erkennen, bevor bleibende Defizite der Entwicklung entstehen. Am Zentrum für Kindliche Hörstörungen verfügen wir über alle Möglichkeiten, auch seltene Formen der Schwerhörigkeit sicher zu erkennen. Lange Wege zur richtigen Behandlung können so vermieden werden."

Der Erwerb der Muttersprache und die Fähigkeit, zu kommunizieren, spielen in der Entwicklung eines Kindes eine zentrale Rolle. Die Kommunikation auf der Basis des gesprochenen Wortes ist eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen in unserer modernen Informationsgesellschaft. Schulischer und beruflicher Erfolg sind maßgeblich vom Verstehen des gesprochenen Wortes abhängig. Hörstörungen beeinträchtigen daher die Entwicklung nicht nur auf sprachlicher, sondern auch auf sozialer, emotionaler und intellektueller Ebene und damit die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Eine rechtzeitige Therapie eröffnet jedoch allerbeste Entwicklungschancen. Betroffenen Kindern eine Teilhabe an Bildung und später dem Erwerbsleben zu ermöglichen.

Das Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen verfügt zur sicheren Diagnostik einer Schwerhörigkeit im Kindesalter über modernste Methoden der Hörprüfung. "Eine dem Entwicklungsalter des Patienten angepasste Kombination objektiver und subjektiver Verfahren bildet die Grundlage für eine verlässliche Beurteilung des Hörvermögens", erklärte Prof. Peter Kummer. "Seltene Erkrankungen im Kindesalter wie Innenohrschwerhörigkeiten, Störungen aus dem Spektrum der auditorischen Neuropathie und Fehlbildung des Ohres werden im Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen ebenso sicher diagnostiziert wie häufige Störungen der Mittelohrfunktion."

Die Anstrengungen, Hörstörungen bei Kindern frühzeitig zu erkennen, wurden in den letzten Jahren gerade in Regensburg maßgeblich vorangetrieben: Das Hörscreening, auf das jedes Neugeborene seit 2009 Anspruch hat, wurde in ganz Deutschland nach Vorbild des "Modellprojekts Neugeborenenhörscreening in der Oberpfalz" eingeführt, das die Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde am Universitätsklinikum Regensburg unter der Leitung von Prof. Jürgen Strutz gemeinsam mit dem Screeningzentrum im Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bereits 2003 in der Oberpfalz und 2006 in Oberfranken eingeführt hatten. Allein in Bayern werden seitdem jährlich etwa 100 000 Kinder pro Jahr in den ersten Lebenstagen nach angeborenen Hörstörungen untersucht.

Am Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen werden alle Kinder und Jugendlichen von einem spezialisierten, interdisziplinären Team behandelt. Weil das Verständnis von Störungen der Kommunikation, die sich aus einer Hörstörung ergeben, nicht allein Aufgabe des Arztes ist, gehören   die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Regensburger Zentrums für Kindliche Hörstörungen unterschiedlichen Berufsgruppen an, die den jeweils individuellen Erfordernissen entsprechend zusammenarbeiten. Zur Behandlung von kindlichen Hörstörungen muss individuell das richtige Verfahren ausgewählt werden: Medikamente, hörverbessernde Operationen, die Versorgung mit konventionellen Hörgeräten sowie Mittelohr- oder Innenohr-Implantaten (Cochlear Implant). Hinzu kommt die Diagnostik von resultierenden Störungen der Sprach- und Kommunikationsentwicklung, die eine Ergänzung der Therapie in diesem Bereich erfordern.

Die Audiologie der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde unter der Leitung von Dr. Thomas Steffens stellt alle modernen Diagnoseverfahren zur Verfügung, die dem aktuellen Stand einer zeitgemäßen audiologischen Diagnostik entsprechen. Sie berät darüber hinaus mit Hörgerät oder Cochlear Implant versorgte Patienten und deren Familien und auch Schulen, Hochschulen und andere Ausbildungseinrichtungen über den effizienten Einsatz der Hörtechnik.

Die Nachsorge und Kontrolle der am Regensburger Zentrum für Kindliche Hörstörungen versorgten Kinder erfolgt in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit. Daran sind je nach Art der Erkrankung und Therapie neben Kinderärzten und Hals-Nasen-Ohren-Ärzten, Phoniatern und Pädaudiologen die vor Ort betreuenden sozialpädiatrischen Zentren und Frühförderstellen für Kinder mit Hörbehinderung und deren mobile sonderpädagogischen Dienste, Hörgeräte- und Pädakustiker, Logopäden und Ergotherapeuten beteiligt. Die Nachbetreuung nach Versorgung mit einem Cochlear Implantat findet im Bayerischen Cochlear Implant Centrum am Institut für Hörgeschädigte in Straubing statt.

Eine ganzheitliche, interdisziplinäre medizinische Versorgung der Kinder, die sich durch den Austausch von Wissen und Erfahrung in Forschung und Lehre gegenseitig befruchtet, ist das Ziel des Regensburger Zentrums für Kindliche Hörstörungen.

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Letzte Aktualisierung: 17.06.2011 | Online-Redaktion
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