Der 16. Regensburger Pflegetag am Universitätsklinikum Regensburg beschäftigte sich mit der Schlüsselrolle des Pflegeteams für ein modernes Ernährungsmanagement. Mehr als 300 Pflegekräfte und Interessierte kamen zur Veranstaltung des Vereins der Freunde und Förderer der Pflege am Universitätsklinikum Regensburg e.V. (VFFP).
Essgewohnheiten sind so verschieden wie die Menschen und ihre Lebensstile. Was man zu sich nimmt und zu welcher Zeit bestimmen Vorlieben, Gewohnheiten und der persönliche Tagesrhythmus. Doch wenn der Körper krank oder geschwächt ist, kann es wichtig sein, das Ess- und Trinkverhalten zu erfassen und die Aufnahme einer ausreichenden Menge an Kalorien und Flüssigkeit sicher zu stellen. Ziel eines Ernährungsmanagements in der Pflege ist, die Risiken für eine Mangelernährung sowie Ernährungsdefizite und ihre Ursachen rechtzeitig zu erkennen und jedem Patienten eine bedarfsgerechte Ernährung anzubieten.
Besonders ältere Menschen in stationären Einrichtungen können von einer Mangelernährung betroffen oder gefährdet sein. "Eine mangelhafte Energie- und Nährstoffversorgung führt zu einer allgemeinen Verschlechterung der Gesundheit und einer erhöhten Sterberate", mahnt Thomas Bonkowski, Vorsitzender des VFFP. "Eine ausgewogene Ernährung kann vorbeugend wirken, da sie die Abwehrkraft sichert und die Anfälligkeit für Infekte senkt".
Die neue Behandlungsrichtlinie, der Expertenstandard "Ernährungsmanagement zur Sicherstellung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege" soll die Qualität der Ernährung in der Pflege weiter verbessern und bei der Umsetzung eines modernen Ernährungsmanagements helfen. Derzeit wird die modellhafte Einführung des Expertenstandards des Deutschen Netzwerks für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP) in bundesweit ausgewählten Gesundheitseinrichtungen geprüft, um Aufschluss über seine Akzeptanz und Praxistauglichkeit zu gewinnen.
Das Risiko einer Mangelernährung besteht nicht nur bei Pflegebedürftigen, sondern auch bei allein lebenden, älteren Menschen. Grundsätzlich sollte daher eine pflegerische Diagnostik zur Mangelernährung bei allen stationären Patienten und Bewohnern durchgeführt werden. Ansonsten könnte eine Mangelernährung aufgrund einer Akuterkrankung im Krankenhaus nicht erkannt werden und Folgen für die Gesundheit haben. Zur Bewältigung dieses Problems ist eine berufsübergreifende Zusammenarbeit erforderlich: Der Expertenstandard bietet beispielsweise eine moderne Verfahrensregelung zur Optimierung der Kooperation zwischen Pflegekräften, Ärzten, Küche und Hauswirtschaft an, damit die Ernährungssituation der Patienten und Bewohner nachhaltig verbessert werden kann.
Im Rahmen des diesjährigen Pflegetages unterstützt der VFFP zusammen mit dem Büchergeschäft Schmöker Pauli das Regensburger Projekt "INES" mit einer Losaktion. INES ist eine intensivtherapeutische Wohngruppe für Mädchen mit Essstörungen und wurde vor etwa 3 Jahren vom Thomas-Wiser-Haus gegründet. Das Projekt konzentriert sich auf Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren, die an Essstörungen (Anorexia nervosa, Magersucht), Bulimia nervosa (Ess‑Brechsucht) oder Binge‑Eating‑Disorder (Esssucht) leiden und für die eine therapeutische und pädagogische Betreuung außerhalb der Familie hilfreich und notwendig ist.
