Wenn das eigene Herz versagt, kann schwer kranken Patienten ein Kunstherz eingesetzt werden - als Überbrückung bis zu einer Herztransplantation oder aber auch als Dauertherapie über mehrere Jahre.
Kunstherz-Systeme sind Lebensretter für schwer herzkranke Patienten und dienen in erster Linie als Überbrückungsmaßnahme bis zu einer Herztransplantation. In den meisten Fällen verbleibt das eigene, erkrankte Herz dabei im Körper. Der Einsatz eines voll implantierbaren Kunstherzunterstützungssystems ermöglicht, dass der schwerstkranke Patient von der Intensivstation wieder nach Hause entlassen werden kann. Bis auf eine bleistiftdicke Verbindung zur mobilen Steuerungseinheit und den beiden Akkupacks, die der Patient in einem kleinen Rucksack trägt, ist von außen nichts vom Unterstützungssystem zu erkennen. Der Patient ist hiermit über Stunden mobil und kann seinen gewohnten Alltagsaktivitäten nachgehen.
Am Universitätsklinikum Regensburg (UKR) wurden bislang insgesamt 30 Unterstützungssysteme (INCOR®) implantiert. Die Patienten waren zwischen 19 und 67 Jahre alt und bis zu 408 Tage am künstlichen Unterstützungssystem. Derzeit sind gleich drei Patienten im Alter von 47, 48 und 51 Jahren mit Kunstherz-System in Behandlung. Bei ihnen war eine Transplantation nicht mehr zeitgerecht möglich, so dass ein INCOR®-Unterstützungssystem als lebensrettende Maßnahme implantiert werden musste. Einer der drei Patienten ist bereits seit Monaten zu Hause, die beiden anderen stehen unmittelbar vor der Entlassung.
Bereits seit Inbetriebnahme des UKR werden Patienten mit hochgradiger Herzinsuffizienz interdisziplinär und auf höchstem Niveau behandelt. Neben den internistischen Behandlungsmethoden stehen eine Reihe chirurgischer Therapieoptionen zur Verfügung: Hochrisiko-Koronar- und Herzklappeneingriffe, Herztransplantation und die Implantation von Kunstherzunterstützungssystemen.
Hintergrund: INCOR®-System
Das INCOR®-System ist eine Axialflusspumpe mit einem magnetisch gelagerten Impeller als Antriebselement. Hierdurch ist eine optimale Schonung des durchfließenden Blutes möglich. Das Blut wird aus der Spitze der linken Herzkammer herausgepumpt und nach Durchlauf der Pumpe in die Hauptschlagader zurückgeführt. Seit 2002 wurden weltweit 520 Patienten in 54 Zentren damit versorgt. Die Unterstützungsdauer lag im Durchschnitt bei 262 Tagen und hochgerechnet auf alle Patienten wurden mit dem INCOR®-System bislang mehr als 375 Lebensjahre gerettet.