Mittels modernster Forschung wird untersucht, warum viele Diabetiker trotz optimaler Behandlung nierenkrank werden.
"Diabetes und Nierenschaden – helfen Sie bei der Früherkennung" – das ist das Motto einer neuen Diabetes-Studie mit dem Namen DIACORE, die Anfang Februar 2010 am Universitätsklinikum Regensburg unter der Leitung von Nierenspezialist PD Dr. Carsten Böger, Oberarzt für Nephrologie an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II (Direktor: Prof. Dr. Günter Riegger) begonnen hat. Ziel dieser Studie ist es, anhand einer regelmäßigen, gründlichen Untersuchung von mehreren Tausend Diabetikern mehr über die Entstehung der diabetischen Nierenerkrankung zu erfahren.
Diabetes: Häufigster Grund für Dialysebehandlung in Deutschland
Diabetes ist eine Volkskrankheit, die ungefähr jede 10. Person in der deutschen Bevölkerung trifft - seit Jahren mit steigender Tendenz. Mit dem Diabetes steigt das Risiko um ein vielfaches, sogenannte Diabetes-Folgekrankheiten wie eine diabetische Nierenerkrankung zu erleiden. Die diabetische Nierenerkrankung kann bis zur Dialyse führen - in Deutschland ist Diabetes der häufigste Grund für eine dauerhafte Dialysetherapie. Und das, obwohl es immer mehr Medikamente gibt, um den Blutzucker in den Griff bekommen. Jeder Arzt eines Diabetikers kennt die ganzheitliche Behandlung, um die Nieren- und auch Gefäßrisiken zu senken, und setzt diese auch um: Neben der Behandlung des erhöhten Blutzuckers müssen Übergewicht, Ernährungsgewohnheiten, Bluthochdruck, Cholesterin und Nikotinabhängigkeit angegangen werden. Und trotzdem: Selbst wenn alle diese sogenannten Risikofaktoren behandelt werden, werden viele Patienten trotzdem nierenkrank.
Ziel der Studie: Nierenerkrankung beim Diabetes verhindern
Warum viele Diabetiker trotz optimaler Behandlung nierenkrank werden, möchte das Forscher-Team um PD Dr Carsten Böger am Universitätsklinikum Regensburg in einer groß angelegten Studie, der sogenannten "Diabetes Cohorte", kurz DIACORE-Studie herausfinden. Begonnen hat alles vor 3 Jahren mit der Vision, in Regensburg eine weltweit einmalige Diabetes-Studie aufzubauen. PD Dr. Böger: "Wir möchten uns besonders um die Typ-2-Diabetiker (Alters-Diabetiker) kümmern und noch nicht bekannte Gründe für Diabetes-Folgeerkrankungen erforschen. Nur wenn man diese Gründe kennt, kann man neue Vorsorgemaßnahmen entwickeln, damit die Folgekrankheiten seltener auftreten. Solche Fragen kann man nur in groß angelegten Studien mit vielen tausend Patienten beantworten".
Forschungsförderung durch namhafte Stiftung
Von einer bedeutenden deutschen Stiftung, der KfH Stiftung Präventivmedizin e.V. hat das Forscher-Team nach langer Vorarbeit eine mehrjährige Förderung erhalten, um in den nächsten 5 Jahren 4.000 Patienten mit Typ-2- Diabetes in die DIACORE-Studie aufzunehmen.
Jeder Diabetiker kann mithelfen
Um dieser Studie zum Erfolg zu verhelfen, kommt es auf die Mithilfe der betroffenen Diabetiker an, aber auch auf die Unterstützung durch niedergelassene Ärzte und Krankenkassen. Wer als Patient oder Arzt Interesse an dieser Studie hat und mehr erfahren möchte, kann sich jederzeit telefonisch unter 0941-944-7380 an das Studienpersonal wenden oder die Website besuchen (www.diacore.de).
Die Teilnahme an der DIACORE-Studie bedeutet für die Patienten wenig Aufwand und kein Risiko: bei einem ca. einstündigen Besuch am Uniklinikum werden in einem Interview Fragen zu Gefäßrisikofaktoren (z.B. Bluthochdruck) und zu Gefäßproblemen (z.B. Herzinfarkt) gestellt. Den Patienten wird Blut für Laboranalysen abgenommen, mit deren Hilfe man sich neue Erkenntnisse für das Entstehen der Diabetes-Folgeerkrankungen erhofft. Diese Untersuchungen sollen alle 2 Jahre durchgeführt werden. In der Studie wird keine Therapie getestet, es sollen stattdessen neue Messmethoden für Blut und Urin entwickelt werden, mit deren Hilfe man das Auftreten von Folgeerkrankungen des Diabetes früh erkennen kann.