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Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie

Werkstoffprüfung

Präklinische Werkstoffprüfung

Dieses Gebiet umfasst die Charakterisierung biologischer und technischer Eigenschaften von Werkstoffen im Labor. Die Gewebeverträglichkeit restaurativer Werkstoffe wird dabei mit in-vitro-Verfahren geprüft. Bei der biologischen Testung werden beispielsweise zytotoxische Effekte oder auch Veränderungen des Erbguts von Säugetierzellen in Kultur nach Applikation von Materialien auf Kunststoffbasis, dentaler Legierungen oder Metallionen geprüft. Als Parameter für biologische Effekte nicht-toxischer Konzentrationen von Komponenten zahnärztlicher Werkstoffe wird die Expression zellulärer Moleküle analysiert, die Entzündungen oraler Gewebe auslösen können. Diese Projekte werden von der Industrie und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert. Speziell für die Analyse der Pulpaverträglichkeit zahnärztlicher Füllungswerkstoffe wurde eine Alternativmethode zu Tierversuchen entwickelt, welche die Verhältnisse in vivo weitgehend simulieren und deren Verwendung zumindest die Zahl der Tierversuche einschränken kann. Als relevantes Zielgewebe dieses Dentin-Bariere-Tests wurden dreidimensionale Zellkulturen aus immortalisierten bovinen Pulpazellen ("Tissue Engineering") verwendet. Dieses Forschungsprojekt wurde über vier Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und über drei Jahre vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. Im Jahr 1999 wurde diese Arbeit mit dem "Annual European Prize for the Substitution of Animal Experimentation (Anny Eck-Hieff Preis)" ausgezeichnet.

Zur Charakterisierung technischer Eigenschaften zahnärztlicher Werkstoffe wird vor allem die Güte des Adhäsivverbundes von Werkstoff und Zahnhartsubstanz untersucht. Dies erfolgt mittels spezieller Zug/Druck-Messgeräte (in Zusammenarbeit mit der University of Texas, Housten und der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik, Regensburg) und durch die Analyse von Abdrücken von Zähnen, die in vitro restauriert wurden. Diese Auswertung erfolgt im Rasterelektronenmikroskop der Poliklinik, das gemeinsam mit der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik betrieben wird.

Klinische Werkstoffprüfung

Trotz aufwändiger präklinischer Prüfverfahren sind in der Vergangenheit immer wieder Nebenwirkungen nach Verwendung von Werkstoffen am Patienten beobachtet worden. So können Füllungswerkstoffe zu Zahnempfindlichkeiten bis hin zu Zahnschmerzen und in einzelnen Fällen sogar zur Zahnfraktur führen. Auch metallische Werkstoffe, die zur Konstruktion von Kronen und Brücken verwendet werden, führen in einzelnen Fällen zu subjektiven Beschwerden der Patienten (z.B. Mundbrennen) oder zu Entzündungen oder allergischen Reaktionen der benachbarten Gewebe. Aus diesen Gründen ist vor der Markteinführung neuer zahnärztlicher Restaurationswerkstoffe eine klinische Bewertung erforderlich.

In der Poliklinik für Zahnerhaltund und Parodontologie werden klinische Prüfungen mit Keramik (Inlays und Teilkronen), sowie mit neuen Kompositen durchgeführt. Dies erfolgt sowohl im Rahmen retrospektiver als auch prospektiver kontrollierter Studien. Außerdem wurden Patienten über eine Reihe von Jahren hinweg untersucht, die über Beschwerden nach Eingliederung von Metallrestaurationen mit bereits seit längerem auf dem Markt befindlichen Dentallegierungen klagten.

 

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Letzte Aktualisierung: 26.01.2017 | Online-Redaktion
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