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Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie

Informationen für Patienten

Sehr geehrter Patient,

Auf die international anerkannten Höchstleistungen der heutigen Unfallchirurgie im deutschsprachigen Raum kann man stolz sein. Die besondere Stärke des deutschen Systems liegt in der Verantwortung für das Gesamttrauma vom Unfallort bis zur Rehabilitation unter koordinierter Hinzuziehung aller anderen Fachdisziplinen, die bei dem individuellen Verletzungsmuster erforderlich sind.

Die Kernkompetenz und damit das Kerngeschäft der Unfallchirurgie ist die Auseinandersetzung mit unfallbedingten Schäden am Menschen, speziell an seinem Bewegungsorgan. So ist besonders der Standard der Frakturbehandlung in Deutschland weltweit anerkannt. Das betrifft nicht nur die Knochenbrüche, sondern natürlich auch die Gelenkschäden, die Sehnen-, Muskel- und Weichteilverletzungen unseres Skelettsystems. So ist häufig der Unfallchirurg als "Babysitter des Verletzten" tätig und kümmert sich unabhängig von seiner eigenen Kernkompetenz um alle Verletzten. Wenn zum Beispiel die Gehirnerschütterung für den Neurochirurgen nicht die interessanteste Verletzung ist, so müssen auch die Fragen nach der Wiederaufnahme der Arbeits- oder Sportfähigkeit beantwortet werden. Dieses "sich verantwortlich fühlen" entspringt auch dem Auftrag des berufsgenossenschaftlichen Heilverfahrens, welches neben den betriebswirtschaftlichen auch die volkswirtschaftlichen Kosten der Behandlung berücksichtigt. Während für die gesetzlichen Krankenkassen der tote Schwerverletzte der kostengünstigste ist, ist für den gesetzlichen Unfallversicherungsträger der am besten und schnellsten rehabilitierte Schwerverletzte der kostengünstigste. Diese differenzierte Sichtweise spielt in der Traumatologie eine große Rolle.

Unfallchirurgie und Orthopädie stellen jedes für sich zwei hochspezialisierte Fachgebiete dar, deren unterschiedliche Versorgungsaufträge sich teilweise überlappen. Durch die Öffnung des Faches Orthopädie zur Unfallchirurgie und die gemeinsame Weiterbildungsordnung ist es nun für den Unfallchirurgen möglich, sich intensiver als bisher mit allen krankhaften Veränderungen des Bewegungsorgans auseinanderzusetzen. Die operativen Methoden beider Fächer, also die unfallchirurgische Behandlung von Knochen und Gelenken, sind praktisch identisch, weshalb schon lange Unfallchirurgen orthopädische Operationen wie die Endoprothetik durchgeführt haben – dies eher unter dem praktischen Aspekt der Reduktion von Vorhaltekosten. Schließlich kommen die meisten Verletzten nicht um acht Uhr morgens in die Klinik, sondern erst nachmittags und abends. Da kann man doch den Vormittag anders nutzen, dachten sich viele Unfallchirurgen (und auch die Krankenhausverwaltungen) und fingen im orthopädischen Fach zu wildern an. Durch den neuen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie wurden nun aus "Wilderern" auch "Jäger" und damit die Betätigung bei orthopädischen Krankheitsbildern für den Unfallchirurgen legalisiert.

 

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Letzte Aktualisierung: 04.03.2014 | Online-Redaktion
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