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Therapieschwerpunkte

Kopf- und Körperstereotaxie

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Unter stereotaktischer Bestrahlung versteht man eine Hochpräzisionsbestrahlung mit einer Zielgenauigkeit von 1 mm und weniger. Diese moderne Form der Bestrahlung kann dabei als Einzeitbestrahlung (Bestrahlung nur einmal) oder als so genannte fraktionierte Bestrahlung (2-5 Bestrahlungen) durchgeführt werden. Durch die hohe Genauigkeit der Therapie und die aufwendige sich aus vielen Bestrahlungsfeldern zusammensetzende Technik ist es möglich die Bestrahlungsdosis pro Bestrahlungssitzung zu erhöhen, ohne das umliegende Gewebe dadurch zu schädigen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von "Radiochirurgie". (Abb. 1)

Abbildung 1
Abbildung 1
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Vorraussetzung für den Einsatz dieser komplexen Therapie ist eine ganze Anzahl von Voruntersuchungen. Durch entsprechende Bildgebung (z.B. Kernspintomographie, Computertomographie, Positronenemissionstomographie) muss der Tumor genau lokalisiert werden. Um die angestrebte hohe Genauigkeit bei einer Bestrahlung im Kopfbereich zu erreichen, wird das Bestrahlungsplanungs-CT in einer speziellen Kopffixierung durchgeführt. Die eigentliche Bestrahlung erfolgt an einem modernen Linearbeschleuniger mit einem micro-Multileaf-Kollimator. Die stereotaktische Bestrahlung im Kopfbereich kommt z.B. bei Hirnmetastasen, Akustikusneurinomen aber auch bei anderen Erkrankungen im Kopfbereich zum Einsatz.

Bei der stereotaktischen Bestrahlung im Körperstammbereich kommt eine spezielle, wiederum individuell angepasste Vakuum-Lagerung zum Einsatz (Bodyfix). Hiermit ist auch im Körperstammbereich eine hohe Präzision möglich. Die stereotaktische Bestrahlung im Körperstammbereich kommt z.B. bei kleinen Tumoren im Bereich der Lunge, bei Lungenmetastasen und bei Lebermetastasen zum Einsatz.

Die Indikation zur stereotaktischen Bestrahlung wird immer interdisziplinär gestellt. Die "Kopfstereotaxie" kann die neurochirurgische Operation im Kopfbereich nicht komplett ersetzen, stellt aber in vielen Fällen eine Alternative zur Operation dar, bei inoperablen Tumoren oder bei Kontraindikationen zur Operation (z.B. internistische Erkrankungen) ist sie die einzige Therapiemöglichkeit.

Auch die stereotaktische Bestrahlung im Körperstammbereich bietet in vielen Fällen eine Alternative zum operativen Vorgehen. Auch hier wird immer erst nach Diskussion mit den anderen z.B. operativen Fächern die Indikation zur Bestrahlung gestellt.

Die stereotaktische Bestrahlung erfolgt dabei unter stationärer Überwachung, die allerdings deutlich kürzer ist im Vergleich zum stationären Zeitraum bei einer Operation. Sie beträgt bei der Einzeitbestrahlung in der Regel einen Tag.

Alle Patienten erhalten nach Therapieabschluss regelmäßige Nachsorgen mit bildgebendem Verlauf.

In den dargestellten Beispielen sehen Sie zum einen exemplarisch die komplexe Bestrahlungstechnik, welche sich aus mehreren Bewegungsfeldern zusammensetzt (Abb.1). Abbildung 2 und Abbildung 3 zeigen die Isodosenverteilung, d.h. die Menge der gegeben Strahlungsdosis im Falle eines Akustikusneurinoms, bzw. einer Hirnmetastase. Die farbigen Dosislinien, welche die Bestrahlungsmenge symbolisieren, sind nur in unmittelbarer Nähe zur Tumorerkrankung zu sehen. Das umliegende Hirngewebe wird weitestgehend geschont, was die Gefahr von Nebenwirkungen sehr klein hält.

Abbildung 2
Abbildung 2
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Abbildung 3
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Letzte Aktualisierung: 19.11.2013 | Online-Redaktion
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