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Allgemeine Informationen

Nuklearmedizinische Diagnostik und Therapie

In dieser Rubrik finden Sie Informationen über die nuklearmedizinische Diagnostik, nuklearmedizinische Therapie und die Labormethoden der Nuklearmedizin.

 

Diagnostik

Die bildgebenden Verfahren Szintigrafie, Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und SPECT (single photon emission computed tomography) bilden nach dem Tracer-Prinzip vorwiegend die Funktion eines Organs oder Organsystems ab, im Gegensatz zu den morphologischen bildgebenden Verfahren, die hauptsächlich die Struktur zeigen (z.B. CT oder MR)

PET mit F-18 FDG eines Bronchialkarzinoms mit Metastase
PET mit F-18 FDG eines Bronchialkarzinoms mit Metastase
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PET/CT mit F-18 FDG eines Hypopharynxkarzinom
PET/CT mit F-18 FDG eines Hypopharynxkarzinom
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Zum Beispiel verwendet man in der Skelettszintigrafie ein Radiopharmakon (Technetium-99m-Methylendiphosphonat), das bevorzugt von knochenbildenden Zellen im Skelett verstoffwechselt wird. Dabei kann es sich um Kontusionen, heilende Frakturen, Krebs, gutartige Knochentumore, Arthrosen oder Knochenentzündungen handeln.

Skelettszintigrafie mit Tc-99m MDP beim Mammakarzinom
Skelettszintigrafie mit Tc-99m MDP beim Mammakarzinom
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Dynamische Untersuchungen sind ein weiteres Beispiel für den funktionellen Charakter der Nuklearmedizin. Etwa wird bei der Nierenfunktionsszintigrafie eine Reihe von Bildern in Intervallen zwischen einer und 60 Sekunden über einen Zeitraum von 20 bis 40 Minuten aufgezeichnet. So lässt sich die Anreicherung und Ausscheidung des Radiopharmakons in verschiedenen Organen als Kurven aufzeichnen. Dies ermöglicht zum Beispiel die Beurteilung der Ausscheidungsleistung einer Niere im Verhältnis zur anderen.

Nierenfuntionsszintigrafie mit Tc-99m MAG 3
Nierenfuntionsszintigrafie mit Tc-99m MAG 3

 

Die häufigsten nuklearmedizinischen Untersuchungsverfahren sind die Schilddrüsenszintigrafie, Skelettszintigrafie, Myokardszintigrafie, Nierenfunktionsszintigrafie und Lungenszintigrafie sowie die Positronen-Emissions-Tomografie. Für viele weitere physiologische Vorgänge existieren nuklearmedizinische Untersuchungen.

Schilddrüsenszintigrafie mit Tc-99m - Unifokale Automie
Schilddrüsenszintigrafie mit Tc-99m - Unifokale Automie
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"In-vitro"-Verfahren

Als In-vitro-Verfahren werden Labormethoden wie der Radioimmunoassay (RIA) bezeichnet.

 

Nuklearmedizinische Therapie

In der nuklearmedizinischen Therapie werden Radiopharmaka eingesetzt, die Beta- oder seltener Alphastrahlung abgeben. Diese Strahlungsarten zeichnen sich durch eine geringe Durchdringungstiefe (wenige Millimeter bei Betastrahlung, einige µm bei Alphastrahlung) aus, daher entfalten sie ihre Wirkung am Ort der Anreicherung im Organismus. Die Kinetik des Radiopharmakons bestimmt, wo diese Anreicherung stattfindet. So zielt beispielsweise die Radiojodtherapie auf die Schilddrüse. Das Radiopharmakon wird vorzugsweise von hormonproduzierenden Follikelzellen aufgenommen und zerstört lokal überschüssiges oder bösartiges Gewebe (siehe auch Hyperthyreose, Schilddrüsenkarzinom). Radiojod wird gewöhnlich in Form einer Therapiekapsel oral verabreicht.

Eine weitere Möglichkeit besteht in der Verabreichung künstlich hergestellter, mit einem geeigneten Radionuklid versehener monoklonaler Antikörper oder Peptide (kleine Eiweißmoleküle). Ein solches Radiopharmakon kann intravenös injiziert werden und findet "von selbst" sein Zielorgan.

Wenn das Zielorgan räumlich gut abgegrenzt und zugänglich ist, bietet sich die direkte Einbringung des therapeutischen Radionuklids an. Ein solches Verfahren ist die Radiosynoviorthese, die zunehmend bei der chronischen Polyarthritis, aktivierten Arthrose oder anderen Gelenkerkrankungen durchgeführt wird. Dabei wird Yttrium-90 oder ein anderer Beta-Strahler direkt in den Gelenkspalt injiziert, mit dem Ziel, die Gelenksinnenhaut (Synovialmembran) zu veröden.

Eine neue Form der Radionuklidtherapie für Krebserkrankungen der Leber, insbesondere für fortgeschrittene Formen primärer (Leberzellkarzinom, Cholangiozelluläres Carcinom) und Lebermetastasen ist die SIRT (Selektive interne Radiotherapie). Dabei werden winzige Kügelchen (Sphären) mit einer radioaktiven Substanz beladen und in die Leberarterie eingespritzt.

Quelle: Text und Links aus wikipedia.org

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Letzte Aktualisierung: 07.11.2012 | Online-Redaktion
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