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Schlaflabor

Eine Nacht im Schlaflabor

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Am Abend (ca. um 21h) wird mit der "Verkabelung" des Patienten begonnen: Speziell angelerntes medizinisches Personal (in unserem Fall meist Medizinstudenten im fortgeschrittenen Studium) bringt unterschiedliche Sensoren an den Patienten an:

An der Kopfhaut werden zwei Elektroden mit einer Art Gips befestigt und im Gesicht mehrere kleine Messfühler mit kleinen, gut verträglichen Pflastern angelegt. Zwischen Mund und Nase wird ein dünner Aufnehmer zur Registrierung des Atem-Luftstromes angebracht.

Desweiteren werden mittels zweier elastischer dünner Gurte, die um Brustkorb und Bauch gelegt werden, die Atembewegungen aufgezeichnet. Ein Fingersensor misst (über die Aussendung und Wiederaufnahme eines Lichtes bestimmter Wellenlänge) den Sauerstoffgehalt des Blutes, ein weiterer Sensor an der Haut dessen Kohlendioxidgehalt. Schnarchgeräusche, ein kleines EKG sowie die Körperlage werden standardmäßig aufgezeichnet - und abschließend werden evtl. Beinbewegungen durch kleine Elektroden am Schienbein sichtbar gemacht.

Insgesamt handelt es sich um beim "Verkablen" um eine sicherlich etwas aufwendige Prozedur (Dauer ca. 45 Minuten). Die Kontakte werden dabei fest und kaum spürbar angebracht, so dass der Patient sich nachts gut und natürlich bewegen kann - und oftmals am Morgen angibt, "überraschend wenig" von den Kabeln gestört worden zu sein.

Während der ganzen Nacht wird die Qualität der Aufzeichnung überwacht. So ist immer eine optimale Einstellung der Aufzeichnungsgeräte garantiert und kann ein evtl. lose gegangener Kontakt wieder platziert werden. Der Umfang der gewonnen Signale sowie deren Qualität lässt sich bis heute durch keine ambulanten Untersuchung gewährleisten. So sind die vielfältigen mobilen Schlaflaboruntersuchungen (Apnoe-Screening-Geräte und Ähnliches), die auch von uns eingesetzt werden, und die, vom Patienten selbst angelegt, im häuslichen Umfeld getragen werden können, oftmals für eine orientierenden Befund gut, können jedoch eine Schlaflaboruntersuchung manchmal nicht ersetzen. Die hier geschilderte, in den meisten Fällen ablaufende Routinediagnostik kann, je nach Fragestellung, abgewandelt oder durch zusätzliche spezielle Messapparaturen ergänzt werden.

Durch die Video-Überwachung des Patienten können zudem Bewegungsauffälligkeiten im Schlaf erfasst werden. Für alle Eventualitäten wird er ständig überwacht. Das Videoband wird selbstverständlich, falls keine gravierenden Auffälligkeiten aufgezeichnet wurden, wieder gelöscht. Einige Patienten stehen dieser Bildüberwachung skeptisch gegenüber. Der Anblick von Schlafenden enthüllt jedoch keine übermäßig intimen Details und ist i.d.R. eher "ereignislos". Für die Ärzte ist die Videoaufzeichnung im Einzelfall, z.B. für den Nachweis von Epilepsie-Anfällen, sehr wichtig.

Die hier geschilderte, in den meisten Fällen ablaufende Routinediagnostik kann, je nach Fragestellung, abgewandelt oder durch zusätzliche spezielle Messapparaturen ergänzt werden.

Am folgenden Tag müssen die Aufzeichnungen der Nacht genau ausgewertet werden. Arzt und Assistentin müssen dabei pro Patient bis zu 1000 Bildschirmseiten durchsehen, was eine gewisse Zeit beansprucht.

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2008 | Online-Redaktion
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