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Schlafapnoe

Schlafbezogene Atemstörung

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Obstruktive Schlafapnoe und Schnarchen

Jeder Mensch lässt während des Schlafes automatisch die meisten Muskeln "locker". Der Rachen, durch den die Atemluft Richtung Kehlkopf und Lunge gelangen muss, ist zum Teil aktiv durch Muskelspannung geöffnet (so ist die Zunge z.B. ein großer Muskel und fällt durch Erschlaffung im Schlaf etwas nach "hinten", also Richtung Kehlkopf). Bei jedem Menschen kommt es durch die geschilderte Muskelerschlaffung zu einer Verengung der Atemwege im Schlaf. Normalerweise reicht der verbleibende Platz jedoch noch aus, um eine ausreichende Atmung zu gewährleisten.

Schnarchen
Wenn jedoch eine stärkere Verengung auftritt, kann eine Form des Schnarchens entstehen: Die Luft strömt dann nicht mehr "gerade" durch die Atemwege, sondern bildet an den Hindernissen Verwirbelungen, die durch Vibration Weichteile im Rachen zum Schwingen bringen: Das typsiche Schnarchgeräusch entsteht.

Obstruktive Schlafapnoe
Während Schnarchen allein zwar sehr lästig sein kann, meist jedoch nicht wirklich gesundheitsgefährdend ist, kann durch weitere Einengung der Atemwege bis hin zu deren totalem Verschluss eine ernsthafte Verflachung der Atmung, also ein Mangel an Atmung, eine sog. Hypopnoe, oder ein Atemstillstand, eine sog. Apnoe, entstehen. Man spricht von einer obstrutiven Schlafapnoe, da ein Hindernis (eine Obstruktion) zu einem Atemstillstand führt.

Die kritische Einengung, also der Kollaps der Atemwege, kann durch unterschiedliche Faktoren hervorgerufen werden:

Während die meisten Schläfer von den Atemstillständen nichts bemerken, reagiert der Körper unbewusst: Durch die Atemstillstände, die sozusagen kleine "Erstickungen" darstellen, entsteht Stress: entsprechende Hormone (z.B. Adrenalin) werden ausgeschüttet, der Blutdruck steigt, der Herzschlag wird unregelmäßig. Dies alles während der Schlafzeit, in der der Mensch sich eigentlich durch "Herunterfahren" seiner Körperfunktionen erholen soll. Der gefährliche Zustand kann nur durch ein kurzes Aufwachen unterbrochen werden, wodurch der Schläfer unterbewusst seine Muskeln wieder anspannt und den Rachen öffnet. Nach wenigen Atemzügen , die oftmals mit lautem, "explosionsartigem" Schnarchen einhergehen, schläft der Betroffene wieder ein und der nächste Atemstillstand ist vorprogrammiert.

Behandlung
Obschon die obstruktive Schlafapnoe sicher so alt wie die Menschheit ist, kennt man diese Krankheit erst seit ca. 1980 genauer. Während man anfangs versuchte, durch große HNO-Operationen Gewebe aus dem Rachen herauszunehmen, um eine Öffnung zu schaffen, ist man heute mit diesen Eingriffen sehr viel zurückhaltender. Seit 1982 wird allerdings weltweit mit grossem Erfolg und ohne wirklich wesentliche Nebenwirkungen die nasale Überdruckbehandlung durchgeführt, welche heute die beste Therapie der obstruktiven Schlafapnoe darstellt. Durch erhöhten Luftdruck, der über eine Nasenmaske in den Rachen gelangt und durch ein CPAP-Gerät (kontinuierlicher positiver Atemwegs-Druck [pressure]) erzeugt wird, kann sozusagen ein Luftkissen geschaffen werden, welches die Weichteile im Rachen am Zusammenfallen hindert.

Wenn sehr hohe Drücke notwendig sind, kann auf ein so genanntes Bilevel- oder "BiPAP"-System ausgewichen werden, welches registriert, wenn der Patient ausatmet und dann den Druck auf ein niedrigeres Niveau absenkt (den Druck allerdings bei der Einatmung wieder schnell erhöht). In modernen CPAP-Geräten (z.B. C-Flex) ist eine Druckerneidrigung bei Ausatmung grundsätzlich eingebaut.

Als relativ häufige, leichte Nebenwirkung tritt eine gewisse Austrocknung der Schleimhäute im Nasenbereich auf, die durch Zwischenschalten einer Luftbefeuchtungs-Einheit meist gut zu behandeln ist.

Wenn die Atemstillstände nur in Rückenlage auftreten, kann im Einzelfall auch durch Vermeiden dieser Körperlage (z.B. durch Tragen einer speziellen Weste, die mit eingenähtem Schaumstoffpolster das Einnehmen der Rückenlage ummöglich macht) Abhilfe geschaffen werden.

 

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Letzte Aktualisierung: 13.09.2010 | Online-Redaktion
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