Home > Kliniken und Institute > Innere Medizin II > Medizinische Leistungen > Schlaflabor > Gesunder Schlaf
Schlaflabor

Gesunder Schlaf

< zurück zu Schlaflabor

Etwa ein Drittel des Lebens verbringt der Mensch im Schlaf; für die meisten Menschen ist schlafen etwas so Gewöhnliches, dass man sich darüber nicht viele Gedanken macht. Das ist oft erst dann der Fall, wenn Schlafstörungen auftreten, z.B. wenn wir nicht einschlafen oder nicht durchschlafen können; wenn wir müde sind durch zu wenig Schlaf oder weil der Schlaf nicht die nötige Qualität hat. 

Schlafzyklus
Ein gesunder Schlaf läuft in mehreren, in typischer Weise aufeinander folgenden Phasen ab (s. Schlafarchitektur). Nach dem dem Einschlafen ein "Hinabsinken" in einen tiefen Schlaf (Schlafstadium S3 und S4) erreicht, welches von einem kurzen Erwachen und von einer kurzen Traumphase (REM-Schlaf) abgelöst wird. Dieser typische Schlafablauf wird Schlafzyklus genannt und beträgt ca. 90 Minuten. Im Laufe der Nacht nimmt die Tiefe des Schlafes ab und werden die REM-Phasen länger.

Der gesunde Schläfer wacht übrigens mehrmals kurz auf (z.B. während eines Körperlagewechsels), kann sich jedoch, da diese Wachzeiten kurz sind, in der Regel nicht daran erinnern (während eine längere Wachzeit, z.B. ein Gang zur Toilette, meist erinnert wird).

Der Tiefschlaf
Die moderne Schlafforschung hat uns gezeigt, dass bestimmte Anteile des Schlafes besonders wichtig sind, damit er seine erholsame Wirkung entfalten kann. Diese Schlafbestandteile sind aber nicht zu jeder Tageszeit in gleichem Maße vorhanden und sie zeigen sich im Schlafablauf erst dann, wenn eine gewisse Zeit wirklich ungestört geschlummert wird. Dabei handelt es sich um den "Tiefschlaf", der sich anhand eines bestimmten EEG-Musters erkennen lässt, und in einer gewissen Länge vorhanden sein muss, um sich "ausgeschlafen" zu fühlen. Es gibt Patienten, die durch oftmaliges kurzes Aufwachen in der Nacht gar nicht mehr zu diesem Tiefschlaf finden.

Der REM-Schlaf
Ein weiterer wichtiger Bestandteil ist der "Traum"-Schlaf, der vor allem in den letzten Stunden des Schlafes auftritt. Während im Tiefschlaf viele Körper- und Gehinrfunktionen auf Ruhe "geschalten" sind, ist im REM-Schlaf eine vermehrte Aktivität messbar; z.B. ist die Aktivität von Herzschlag und Blutdruck phasenweise erhöht, das die seelische Erregung der erlebten Träume widerspiegelt. Glücklicherweise hindert uns eine vor allem im Traumschlaf ausgeprägte Erschlaffung von vielen Teilen der Muskulatur daran, das Geträumte auch motorisch auszuleben. Die im "Traumschlaf" vorhandene vermehrte Gehrinaktivität ist für das Lernen und die Gedächtnisfunktionen wichtig. Im REM-Schlaf wird jede Nacht intensiv geträumt, auch wenn man sich morgens i.d.R. nicht an die Trauminhalte erinnern kann.

Die anderen Schlafphasen und somit der Rest des Schlafes sind zwar nicht unwichtig, aber für die erquickende Funktion des Schlafes, die uns wieder "Power" für den Tag gibt, brauchen wir gerade den Tief- und REM-Schlaf. Leider sind diese Phase auch die anfälligsten Schlafbestandteile. Ein "zuviel" an Schlaf kann aber auch - wie sicher jeder schon einmal erlebt hat - widerum zu Müdigkeit führen.

Auf äußere Einflüsse achten
Dass Schlaf vor allem dann erholsam ist, wenn er regelmäßig und zu bestimmter Zeit abläuft, ist allgemein bekannt. Die "äußeren Bedingungen" müssen stimmen: Jeder kann sich denken, dass z.B. der Schlaf des Nacht-Schichtarbeiters tagsüber nicht so erholsam ist wie der Schlaf bei Nacht. Lärm, Licht, unbequeme Betten, aber auch Nervosität und Unruhe können die Qualität des Schlafes beeinträchtigen.

Auswirkungen von Schlafmangel
Während vorübergehender Schlafmangel vom gesunden Körper in der Regel schnell wieder "aufgeholt" wird, führt anhaltender Schlafmangel (oder eine anhaltende mangelnde Schlafqualität) zu zunehmender körperlicher Erschöpfung mit manigfaltigen Symptomen: Neben einer vermehrten Müdigkeit mit Einschlafneigung (und Unfallgefahr!), Konzentrations- und Gedächtnisstörungen können viele Beschwerden entstehen, die auf den ersten Blick gar nicht mit dem Schlaf in Verbindung gebracht werden: So leiden viele Patienten mit chronischem Schlafmangel an Kopfschmerzen, depressiver Verstimmung oder auch sexuellen Antriebsstörungen.

< zurück zu Schlaflabor

Mehr Info:
© Universitätsklinikum Regensburg | Impressum | Disclaimer
Letzte Aktualisierung: 21.10.2008 | Online-Redaktion
Patienten/Besucher
Einweiser
Studierende
Wissenschaftler
Über uns
Beruf und Karriere
Universität Regensburg