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Akute respiratorische Insuffizienz

Adjuvante Therapiekonzepte

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1. Inhalative Therapie mit vasoaktiven Substanzen
Die inhalative Therapie mit Vasodilatantien wird bislang in der Therapie des ARDS nicht allgemein empfohlen, da prospektive Studien keinen Überlebensvorteil zeigen konnten. Dennoch setzen wir Stickstoffmonoxid (NO) und Prostazyklinderivate (Iloprost) bei schwerstem akutem Lungenversagen als Rescueverfahren ein, um Zeit zu gewinnen. Sowohl NO als auch Prostazykline können zur Verringerung des intrapulmonalen Shunts beitragen und eine pulmonale Hypertonie reduzieren. Beide Substanzen finden auch Anwendung beim akuten Rechtsherzversagen sowie bei der dekompensierten primär - pulmonalen Hypertonie

2. Substitution von Surfactant
Aus pathophysiologischer Sicht ist die Substitution von Surfactant beim schweren Lungenversagen eine sinnvolle Intervention. Ökonomische Gründe haben bisher eine Überprüfung dieser beim Frühgeborenen etablierten Therapie im Erwachsenenalter nicht zugelassen. Mit der Entwicklung moderner zum Teil rekombinanter Surfactantpräparationen ist es möglich, diese Therapieform auch beim Erwachsenen anzuwenden. Wir setzen rekombinanten Surfactant derzeit nur im Rahmen einer multizentrischen Studie bei Patienten mit beatmungspflichtiger Pneumonie oder nach Aspiration ein.

3. Kinetische Therapie
Möglichst frühzeitig werden Patienten mit beatmungspflichtigem Lungenversagen einer kinetischen Therapie unterzogen, um die Entwicklung dorsaler Atelektasen möglichst zu vermindern. Auf unserer Station kommt dabei vor allem die 135° Lagerung zum Einsatz, da wir sie für den Patienten am schonendsten empfinden. Daneben wird die komplette Bauchlagerung angewandt. Dabei wird eine begleitende Spontanatmung befürwortet; auch eine partielle enterale Ernährung in Bauchlage ist angestrebt. Kinetische Drehbetten werden angewendet, falls aus anatomischen Gründen oder wegen Begleitkrankheiten eine manuelle Umlagerung auf den Bauch nicht möglich ist.

4. Extrakorporale Lungenunterstützungstherapie
Bei schwerem akutem Lungenversagen kann das Ausmaß der Gasaustauschstörung so gravierend sein, dass eine suffiziente Versorgung des Organismus mit Sauerstoff bzw eine suffiziente Kohlendioxidelimination trotz optimaler mechanischer Ventilation nicht mehr möglich ist. Bei ausgewählten Fällen kann dann eine extrakorporale Lungenunterstützung durchgeführt werden.

 

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2008 | Online-Redaktion
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