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Adjuvante Therapiekonzepte

Extrakorporale Lungenunterstützungstherapie

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Das Klinikum der Universität Regensburg hat seit mehr als einem Jahrzehnt große Erfahrung in der Anwendung pumpenloser und pumpengetriebener Systeme zum extrakorporalen Gasaustausch. In Zusammenarbeit aller intensivmedizinisch tätiger Kliniken wurde unter Federführung der Klinik für Herz – Thorax Chirurgie (ehemaliger Direktor: Prof. D. Birnbaum, jetzt Prof. Chr. Schmid) in Kooperation mit der Industrie ein pumpenloses System entwickelt (PECLA, ILA), das sich insbesondere für die extrakorporale CO2 – Elimination eignet. Dadurch wird eine deutlich lungenprotektivere Beatmungsstrategie möglich.

Das ILA-System (Hersteller Firma Novalung GmbH, Hechingen) wird perkutan nach sonographischer Größenbestimmung der Arteria femoralis mittels SeldingerTechnik implantiert. Da das Gasaustauschermodul einen sehr geringen Widerstand aufweist, werden bei normaler linksventrikulärer Funktion Flussraten von 1,5 bis 2,0 l/min erzielt. Über eine Gasaustauschfläche von 1,3 m² werden etwa 50 % des Kohlendioxids eliminiert; in geringerem Maße (etwa 12 - 15 %) wird auch die Sauerstoffaufnahme unterstützt. Da das System heparinbeschichtet ist und ohne Pumpe betrieben wird, ist eine relativ geringe Antikoagulation (Ziel – PTT 50 sek) ausreichend. Das ILA kann problemlos transportiert werden, so dass sowohl eine Implantation im externen Krankenhaus vor der Zuverlegung als auch ein Patiententransport innerhalb der Klinik bei diagnostischer Notwendigkeit möglich sind.

Als wesentliche Kontraindikation gilt eine eingeschränkte LV-Funktion sowie eine schwere PAVK. Aufgrund der Kanülierung der Beinarterie muß eine lückenlose Überwachung der Perfusion der unteren Extremität gewährleistet sein. In einer Minderperfusion des Beines ist auch die wesentliche Komplikation des Verfahrens zu sehen, die aber bei geeigneter Indikationsstellung und größengerechter Wahl der arteriellen Kanüle minimiert werden kann.

Bei schwerstem Lungenversagen (PaO2 < 50 mmHg trotz optimaler Ventilation) und erhaltener oder leicht eingeschränkter Herzfunktion implantieren wir in enger Kooperation mit der Klinik für Herz-Thorax-Chirurgie eine pumpengetriebene ECMO. Der Vorteil ist in einer ausschließlich venösen Kanülierung zu sehen; es können Flussraten bis zu 4 Litern erzielt werden. Als systembedingte Nachteile sind potentiell Gerinnungsaktivierung, Hämolyse, Embolie, Rezirkulation und Blutung infolge stärkerer Antikoagulation zu nennen.

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2008 | Online-Redaktion
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