Home > Kliniken und Institute > Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie > Kardiotechnik / Perfusion > Herz-Lungen-Maschine > Historische Entwicklung
Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie

Historische Entwicklung in der Herzchirurgie

< zurück zu Herz-Lungen-Maschine

1916  Jay McLean (1891-1957), Doktorand im physiologischen Labor von William Howell in Baltimore, isoliert eine gerinnungshemmende Substanz aus Hundeleber, die sein Doktorvater erst "Anti-Prothrombin" und dann, aufgrund des Fundortes, "Heparin" nennt 
1924  Alfred Beck (1889-1973) entwickelt die als "Beck'sche Mühle" bekannte Dreifach-Rollenpumpe und denkt dabei an die Verwendung zur schnellen Drucktransfusion von Blut. Ein Exemplar ist im Horst-Stoeckel-Museum für die Geschichte der Anästhesiologie im Universitätsklinikum Bonn zu besichtigen  
1926  Sergej S. Brukhonenko (1890-1960) vom Staatlichen Chemo-pharmazeutischen Institut Moskau stellt auf dem Zweiten Allrussischen Pathologen-Kongress seinen "Autojector", eine Herz-Lungen-Maschine mit zwei Membranpumpen und einer mechanisch ventilierten, isolierten Spenderlunge vor. Die Spenderlunge ersetzt er 1936 (!) durch den ersten, ebenfalls patentierten Bubble-Oxygenator 
6.5.1953  John H. Gibbon (1903-1973) gelingt an der Pennsylvania University in Philadelphia die erste erfolgreiche Herzoperation unter dem Schutz der Herz-Lungen-Maschine am Menschen. 
  Bei der 18-jährigen Cecelia Bavolek war zuvor durch eine Herzkatheterisierun ein großer Vorhofseptumdefekt diagnostiziert worden. Etwa ein halbes Jahr vor der Operation begann sich mit einem Shuntvolumen von rund 9 Litern bereits ein Rechtsherzversagen zu entwickeln.
Die Herz-Lungen-Maschine, bestehend aus einem Gitteroxygenator(Abb. 1) in Verbindung mit Rollerpumpen, die er aufgrund einer Modifikation nach DeBakey benannte, übernahm 26 Minuten lang die Funktion von Herz und Lungen der Patientin. Die Maschine arbeitete einwandfrei während einer gesamten Bypasszeit von 45 Minuten. 
 
Gibbons Gitteroxygenator. Patentiert durch die Mitarbeiter von IBM für das Jefferson Medical College of Philadelphia
Gibbons Gitteroxygenator. Patentiert durch die Mitarbeiter von IBM für das Jefferson Medical College of Philadelphia
   
1953  Ian Aird (1905-1962) setzt am Hammersmith Hospital in London als Erster in Europa erfolgreich eine von Denis Melrose konstruierte HLM am Menschen ein.
 
1954  C. Walton Lillehei (1918-1999), Chirurg an der Klinik von Clarence Dennis, inauguriert erfolgreich die Kreuz-Zirkulation, bei der ein Elternteil den Kreislauf des zu operierenden Kindes antreibt.

 
1958  Ake Senning (1915-2000), Oberarzt und Leiter der Experimentalchirurgie im Karolinska Krankenhaus von Stockholm, setzt den gemeinsam mit Rune Elmquist entwickelten, ersten implantierbaren Schrittmacher ein.
 
1958  Rudolf Zenker (1903-1984) gelingt in Marburg die erste erfolgreiche Herz-OP mit HLM in Deutschland (West). 1962 Martin Herbst (*1917) gelingt gleiches in Leipzig in Deutschland (Ost).
 
1964  Vassilij I. Kolesov (*1904) anastomosiert in Sankt Petersburg erstmals die Mammaria an ein Koronargefäß - in Klammernahttechnik und ohne HLM am schlagenden Herzen.
 
1966  Werner Porstmann (1921-1982) gelingt an der Charité in Berlin erstmals der Verschluss eines Ductus Botalli apertus mittels eines in Kathetertechnik eingeschleusten und platzierten Pfropfens aus Kunststoff 
1967  René G. Favoloro (1923-2000) legt in der Cleveland Clinic, Ohio, erstmals einen Koronarbypass unter Verwendung der Vena saphena magna.  
1967  Christian N. Barnard (1922-2001), Chirurg am Groote-Schuur-Krankenhaus in Kapstadt, transplantiert erstmals ein Herz. Sein Patient kämpft 18 Tage und stirbt schließlich an einer Pneumonie. 
1968  Adrian Kantrowitz (*1918) wendet das von Spyridon D. Moulopoulos, S. Topez und W. J. Kolff entwickelte und bereits 1962 im American Heart Journal publizierte Prinzip der Intraaortalen Gegenpulsation erstmals klinisch an.  
1969  Denton A. Cooley (*1920), Herzchirurg am St. Luke's Texas Children Hospital in Houston, implantiert erstmals ein Kunstherz.Damit werden 64 Stunden überbrückt, bis ein Spenderherz gefunden ist. Die Transplantation überlebt der Patient, er stirbt jedoch nur 32 Stunden später an einer Pneumonie. 
1977  Andreas R. Grüntzig (1939-1985) entwickelt einen doppellumigen Katheter aus PVC zur Koronardilatation. Das Prinzip wird später auf fast alle Hohlorgane angewendet. 
2000  Stephen N. Oesterle und Nicolaus Reifart gelingt am Krankenhaus der barmherzigen Brüder in Trier erstmals die kathetergestützte Arterialisation einer Koronarvene  
 

< zurück zu Herz-Lungen-Maschine

© Universitätsklinikum Regensburg | Impressum | Disclaimer
Letzte Aktualisierung: 06.11.2014 | Online-Redaktion
Patienten/Besucher
Einweiser
Studierende
Wissenschaftler
Über uns
Beruf und Karriere
Universität Regensburg