Mit drei Erkrankungen der Speiseröhre (Ösophagus) beschäftigt sich der Hals-Nasen-Ohren-Arzt:
Verschluckte Fremdkörper sind häufig, hierzu gehören (bei Kindern) Spielzeugteile, Münzen und Batterien, bei Erwachsenen Knochen, Gräten, Fleischstücke oder Zahnprothesen. In Narkose werden die Fremdkörper aus dem Ösophagus befreit.
Anmerkung: bei verschluckten Batterien (bei Kindern) muss eine sofortige Entfernung des Fremdkörpers erfolgen, ansonsten droht eine frühzeitige Zerstörung der Speiseröhrenwand.
Nach Abklärung in unserer Dysphagie-Sprechstunde (Spezialsprechstunde für Schluckstörungen) wird häufig eine Öffnungsstörung der Speiseröhre diagnostiziert. Dann kann mit dem CO2-Laser minimal-invasiv über Mundhöhle und Rachen der Ösophaguseingang durch Myotomie erweitert werden.
Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im HNO-Buch:
J. Strutz/W. Mann: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Thieme Verlag 2001, S. 666–667.
Bei einer Aussackung am Übergang Rachen - obere Speiseröhre (Zenker-Divertikel) kann die Operation entweder minimal-invasiv mit dem CO2-Laser über Mundhöhle und Rachen erfolgen: dann wird der verursachende Muskel (Pars fundiformis) mit dem CO2-Laser durchtrennt; das Divertikel bildet sich zurück. Bei sehr großen Divertikeln erfolgt die Operation von außen am Hals mit Abtragung des Divertikels und Durchtrennung der Pars fundiformis.
Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im HNO-Buch:
J. Strutz/W. Mann: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Thieme Verlag 2001, S. 664–666.
Eine Einengung der Luftröhre (Trachea) führt zu einer Atemnot: die Lunge kann nicht ausreichend mit Luft gefüllt werden. Häufig ist hierbei beim Einatmen ein Atemgeräusch zu hören (Stridor). Die häufigste Ursache einer Tracheal-Enge ist ein Zustand nach einer Langzeitbeatmung auf einer Intensivstation. Eine weitere Ursache ist eine große Schilddrüse, die die Luftröhre komprimiert und einengt. Auch nach einem Luftröhrenschnitt kann sich eine Luftröhrenenge einstellen. Seltene Ursachen sind Reflux-Laryngitis, Wegener'sche Granulomatose und Relapsing Polychondritis.
Ziel der Tracheal-Chirurgie ist die operative Beseitigung der Engstelle. Im Zentrum der Tracheal-Chirurgie steht die Entfernung des zu engen Trachealsegmentes und die "End-zu-End-Anastomose" der beiden gesunden Trachealenden. Bei den Sonderformen (Refluxlaryngitis, Wegener'sche Granulomatose, Relapsing Polychondritis) wird man spezielle Therapieformen wählen wie Aufdehnung, Injektion und entzündungshemmende Medikation.
Weiterführende Informationen hierzu finden Sie im HNO-Buch:
J. Strutz/W. Mann: Praxis der HNO-Heilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Thieme Verlag 2001, S. 716–724 .