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HNO-Klinik

Nasen- und Nebenhöhlen-Chirurgie

Informationen zu den Stichwörtern:

  • Nasenscheidewandverkrümmung
  • große Schwellkörper
  • chronische Nebenhöhlenentzündung
  • Engstellen der Nebenhöhlen-Ausführungsgänge
  • Erweiterung des Tränenganges
  • orbitale Komplikation
  • endokrine Orbitopathie
  • Verletzung der Augenhöhle 

  
Behinderte Nasenatmung, Nasenscheidewandverkrümmung

Eine behinderte Nasenatmung wird häufig durch eine Nasenscheidewandverkrümmung (Septumdeviation) hervorgerufen. Die Folgen einer ausgeprägten Nasenscheidewandverkrümmung sind das Empfinden einer chronisch verstopften Nase und die Notwendigkeit der Mundatmung. Schon bei leichten sportlichen Tätigkeiten muss auf Mundatmung umgeschaltet werden, um der Lunge genügend Luft und damit Sauerstoff bereitzustellen. Eine chronische Halsentzündung und häufige Infekte können die Folge sein.

Welche Aufgabe hat die Nase?
Die Nase ist unsere Klimaanlage der Luftwege: die Nase muss 1. die eingeatmete Luft mechanisch reinigen, 2. diese Luft erwärmen und 3. die Luftfeuchtigkeit für die tieferen Atemwege erhöhen.

Neben einer Nasenscheidewandverkrümmung können auch große Schwellkörper (Nasenmuscheln) die Nasenatmung wesentlich beeinträchtigen. Meist sind die unteren Nasenmuscheln zu groß, aber auch die mittleren Nasenmuscheln können anatomische Varianten aufweisen und damit sehr groß werden. Ein chronischer Nasentropfen-Gebrauch führt ebenfalls zur Ausbildung von großen Nasenmuscheln. Auch eine Allergie, z.B. auf Pollen und Gräser, führt zur Ausbildung von großen geschwollenen Nasenmuscheln.

Die Therapie der behinderten Nasenatmung besteht in der Korrektur einer Nasenscheidewandverbiegung und der Verkleinerung der zu großen Schwellkörper. Hierbei werden die Teile der Nasenscheidewand in die Mittellinie gestellt, die nach rechts oder links verlagert sind. Ein schonendes, operatives Vorgehen ist hierbei notwendig, um die Aufgaben der Nase möglichst nicht zu beeinträchtigen.

Gleichzeitig wird häufig eine schonende Verkleinerung der Nasenmuscheln durchgeführt, um durch diesen zweiten operativen Schritt die Luftwege der Nase zu erweitern.

Am Ende der Operation wird eine weiche Schaumstoff-Fingerlingsnasentamponade eingelegt, die für 1 Nacht belassen wird. Bereits am nächsten Morgen wird diese Tamponade schmerzfrei entfernt – sie soll eine Nachblutung verhindern. Der stationäre Aufenthalt beträgt etwa 4-5 Tage.

Sportliche Aktivitäten wie Rad fahren, Joggen oder Tennis spielen können meist nach 2-3 Wochen wieder aufgenommen werden.
  
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Chronische Nebenhöhlenentzündungen

Wir haben auf jeder Seite vier Nebenhöhlen, neben der Kieferhöhle und der Stirnhöhle existieren noch die Siebbeinhöhle und die Keilbeinhöhle. Jede Nasennebenhöhle hat eigene Ausführungsgänge. Sind diese Ausführungsgänge sehr eng ausgebildet, so kann sich eine chronische Nebenhöhlenentzündung bilden: ein enger Ausführungsgang wird z.B. durch einen harmlosen Schnupfen noch enger und blockiert. Nun kann der in den Nebenhöhlen gebildete Schleim nicht mehr abfließen und bleibt in der betroffenen Nebenhöhle liegen; er stellt einen idealen Nährboden für bakterielle Infektionen dar. So entwickelt sich aus einer immer wiederkehrenden Nebenhöhlenentzündung schließlich die chronische Nebenhöhlenentzündung.

Die Therapie der chronischen Nebenhöhlenentzündung ist die gezielte Erweiterung der betroffenen Ausführungsgang-Engstellen. Mit Hilfe einer Computertomografie wird vor der Operation die individuelle Anatomie des Nebenhöhlensystems dargestellt. Der zu enge Ausführungsgang wird operativ erweitert, und zwar durch die Nase mit Hilfe des Endoskopes und/oder des Mikroskopes. Das Ziel der Nebenhöhlen-Chirurgie ist die Beseitigung der Engstellen. Ist die Engstelle beseitigt, kann sich die chronisch veränderte Schleimhaut in den nachgeschalteten Nebenhöhlen wieder erholen.

Die Nebenhöhlen liegen anatomisch in engster Nachbarschaft zum Auge und zum Gehirn. Deshalb sollte eine Nebenhöhlenchirurgie nur von sehr erfahrenen HNO-Ärzten durchgeführt werden. Ansonsten wären Komplikationen von Seiten des Auges, der Schädelbasis oder des Gehirns möglich. Die Komplikationsrate der Regensburger Uni-HNO-Klinik ist sehr gering, sie beträgt 1-2 ‰.

Drei Röntgenbilder (Computertomografie) einer chronischen Kieferhöhlenentzündung sollen diese operative Strategie veranschaulichen.  

Abbildung 1
Abbildung 1
In Abbildung 1 erkennt man eine Verschattung in der Kieferhöhle. Der Ausführungsgang der Kieferhöhle ist fast vollständig blockiert, zum einen durch einen kleinen fingerförmigen Knochen (roter Pfeil), zum anderen durch eine Knochenzelle unterhalb des Auges (blauer Pfeil).
  
Abbildung 2
Abbildung 2
Die Abbildung 2 zeigt den schon wesentlich erweiterten Ausführungsgang nach Entfernung des kleinen fingerförmigen Knochens.
  
Abbildung 1
Abbildung 1

Abbildung 3 zeigt die Situation nach zusätzlicher Entfernung der Knochenzelle unter dem Auge. Jetzt ist der Ausführungsgang weit und die chronisch veränderte Kieferhöhle ist vollständig abgeheilt.
   

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Privatsprechstunde Prof. Dr. Jürgen Strutz:
Frau Geisenberger 
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Erweiterung der Tränenwege

Wenn der Tränenkanal oder der Tränensack verengt ist, dann ist das Auge ständig feucht, Tränen laufen die Wange hinab. In diesem Falle müssen die Tränenwege erweitert werden. Das schonendste Verfahren ist die Operation nach West: hierbei wird der Tränensack von der Nase aus mit Hilfe des Endoskopes und des Mikroskopes eröffnet, damit kann in aller Regel die Tränenflüssigkeit wieder abfließen. Ein Silikonstent wird zusätzlich in den Tränenkanal eingeführt und bleibt für 3 Monate in dieser Position. Nach 3 Monaten wird dieser Stent ambulant wieder schmerzlos entfernt.
  

Weitere Operationen an den Nebenhöhlen

Entzündungen der Nebenhöhlen können insbesondere bei Kindern sich auf die Augenhöhle ausbreiten (orbitale Komplikationen). Dies betrifft vor allem Kinder, weil diese noch keine ausgebildete Stirnhöhle oder Kieferhöhle haben – wohl aber eine Siebbeinhöhle. Über eine operative Eröffnung dieser Siebbeinhöhle kann das entzündete Sekret abgeleitet und drainiert werden.

Bestimmte Erkrankungen der Schilddrüse der Schilddrüse (Morbus Basedow) führen zu einer Gewebsvermehrung in der Augenhöhle; sichtbar tritt der Augapfel nach vorne, ein Schaden der Hornhaut und der Augenmuskeln sowie des Sehnervens ist möglich (endokrine Orbitopathie). Eine Entlastungsoperation kann diese Situation wesentlich verbessern, in dem die Nebenhöhlen großflächig eröffnet werden und die knöcherne Begrenzung zur Augenhöhle entfernt wird: das Augenhöhlen-Gewebe hat mehr Platz, sich auszubreiten und der Augapfel kann wieder in die Augenhöhle zurücktreten.

Fahrradunfälle, Motorradunfälle oder Autounfälle führen nicht selten zu einer Verletzung der Augenhöhle (Orbita) mit einer Verletzung des Sehnervens. Um das Augenlicht zu retten, kann der HNO-Arzt den Sehnerven operativ freilegen und damit entlasten.
  
  
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Letzte Aktualisierung: 25.08.2016 | Online-Redaktion
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