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HNO-Klinik

Mittelohr- und Ohrmuschel-Chirurgie

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Chronische Mittelohrentzündung

Die Mittelohr-Chirurgie behandelt eine chronische Mittelohrentzündung. Das bleibende Loch im Trommelfell, das sich nicht spontan wieder verschließt, ist das typische Zeichen der chronischen Mittelohrentzündung. Hierbei müssen zwei Formen unterschieden werden, nämlich

  1. die chronische Schleimhauteiterung und
  2. die chronische Knochenentzündung (Cholesteatom)

Die Chirurgie des Mittelohrs hat drei Ziele, nämlich den dauerhaften Verschluss des Trommelfells, die Beseitigung der chronischen Entzündung und die Verbesserung des Gehörs (durch Beseitigung der Schallleitungsschwerhörigkeit). Das Trommelfell wird hierbei operativ rekonstruiert, wobei als bevorzugte Materialien Knorpel, Knorpelhaut und Muskelhaut zum Einsatz kommen.

Sind die Gehörknöchelchen Hammer, Amboss oder Steigbügel durch die chronische Knochenentzündung zerstört, so werden sie durch Gehörknöchelchen aus Titan ersetzt. Diese Mittelohrprothesen werden teilweise in unserer Klinik selbst entwickelt. Die Titanprothesen sind besonders leicht; sie werden vom Körper als körpereigenes Gewebe angenommen. Durch das geringe Gewicht ist die Übertragung auch der hohen Frequenzen besonders günstig. Für eine besonders stabile Rekonstruktion des Trommelfells haben wir eine sogenannte Knorpelpalisadentechnik entwickelt, die eine besonders hohe Heilungsrate von etwa 95 % aufweist.

Alle Ohroperationen können in örtlicher Betäubung oder in Vollnarkose durchgeführt werden. Alle Operationen werden unter dem Operationsmikroskop durchgeführt. Am Ende der Operation wird eine Tamponade in den Gehörgang gelegt, die für 3 Wochen belassen wird. Sie löst sich teilweise selber auf oder wird nach 3 Wochen schmerzlos entfernt.
Implantierbare Knochenleitungs-Hörgeräte, BAHA

Bei Ohrmuschelfehlbildungen kann der Gehörgang zu eng oder nicht angelegt sein. Daraus resultiert eine Schwerhörigkeit, da der Schall das Innenohr nur gedämpft erreicht. Nach der Branemark-Methode ist hierfür ein knochenverankertes Hörgerät sehr hilfreich. Hierzu wird eine einzelne Titanschraube im Knochen hinter der Ohrmuschel eingepflanzt; über diese feste Verbindung erfolgt dann die Schallzuführung über den Knochen direkt auf das Innenohr. Auf die Titanschraube wird dann ein spezielles Hörgerät aufgesteckt. Die akustischen Eigenschaften sind in aller Regel sehr gut. Wir versuchen mit einer einzigen Operation auszukommen. Die Haut um die Titanschraube muss vom Träger regelmäßig gereinigt und sorgfältig gepflegt werden.

 

Teilimplantierbare Hörgeräte
Wenn ein Hörgerät nicht vertragen wird oder wenn der Gehörgang nicht angelegt ist, dann kann ein implantierbares Hörgerät zu einem exzellenten Hörergebnis führen. Auch Ohren, die mehrere gehörverbessernde Operationen erhielten (Tympanoplastik), ohne dass eine befriedigende Hörverbesserung eingetreten ist, sind für ein teilimplantierbares Hörgerät häufig gut geeignet. Wir verwenden das Vibrant Soundbridge-System der Firma Med-El. Der Vorteil dieses teilimplantierbaren Systems liegt darin, dass meist die Einheit der Gehörknöchelchen: Hammer-Amboss-Steigbügel erhalten bleibt und der Stimulator lediglich am Amboss und Steigbügel fixiert werden muss.

Die implantierten Patienten berichten übereinstimmend über eine natürliche Klangqualität ohne Pfeifen als Hinweis eines Rückkoppelungseffektes. Der äußere Audioprozessor hat die Form eines Knopfes und beinhaltet Mikrofon, Prozessor, Batterie und Magneten. Er kann jederzeit abgenommen werden.

Damit kann jeder Sport, wie Rad fahren, Joggen, Tennis oder Golf durchgeführt werden. Beim Schwimmen nimmt man einfach den äußeren Prozessor ab, damit er im Wasser keinen Schaden nimmt.

Eine Sondersituation stellt die Stimulation des "runden Fensters" dar. Wenn durch Mittelohrfehlbildungen die 3 Gehörknöchelchen nicht vorhanden sind oder nach vorangegangenen Mittelohroperationen entfernt werden mussten, so kann der Stimulator auch direkt an das "runde Fenster" positioniert werden. Man hört dann über das "runde Fenster" (und nicht wie sonst über das "ovale Fenster") ohne dass ein Gehörknöchelchen für eine Schallübertragung benutzt werden muss. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 4–5 Tage.

Cochlear-Implant-Chirurgie
Bei einer hochgradigen Schwerhörigkeit oder Taubheit wird heute mit Hilfe eines "elektronischen Innenohres" (Cochlear Implant) wieder ein Hörvermögen erzielt. Hierbei kommt es zu einer elektrischen Stimulation des Hörnerven und der Hörnervenzellen (Ganglion spirale). Dieses Verfahren eignet sich sowohl für Säuglinge, Kleinkinder als auch für Erwachsene.

Für weitere Informationen zum Cochlear Implant blättern Sie bitte weiter zum Schwerpunkt "Cochlear Implant Chirurgie" oder klicken Sie hier.

Otosklerose

Die Otosklerose ist eine eigentümliche Erkrankung des besonders festen Labyrinthknochens. Hierbei wächst der Steigbügel langsam fest, es resultiert daraus eine langsam zunehmende Schwerhörigkeit. Oft liegt eine familiäre Disposition vor.

Die operative Korrektur besteht in der Teilentfernung des festgewachsenen Steigbügels. Wir entfernen nicht den gesamten Steigbügel, da dies das schonendere Verfahren ist. Für den Ersatz des Steigbügels wird eine 4,5 mm große Prothese aus Titan benutzt, die die Schallübertragung vom Trommelfell zum eröffneten Innenohr weiterleitet.

Die Operation wird meist in örtlicher Betäubung durchgeführt, sie kann auch in Vollnarkose erfolgen. Der stationäre Aufenthalt beträgt in der Regel 4-5 Tage. Die Erfolgsrate beträgt mehr als 90%.

 

Terminvereinbarung

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allgemeine Ambulanz oder Kindersprechstunde:   Tel. 0941 944-9410 
Privatsprechstunde Prof. Dr. Jürgen Strutz:
Frau Geisenberger 
Tel. 0941 944-9406 
 
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Letzte Aktualisierung: 09.10.2014 | Online-Redaktion
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