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HNO-Klinik - Forschung

Tinnitus

Die Forschungsgruppe umfasst mehrere Projekte in enger Kooperation mit der Psychiatrischen Universitätsklinik und der Abteilung für Nuklearmedizin der Universität Regensburg.

   

 

Aktuelle Forschungschwerpunkte

Repetitive transkranielle Magnetstimulation zur Therapie des chronischen Tinnitus

Neurophysiologische Untersuchungen zeigen, dass die subjektive Tinnituswahrnehmung assoziiert ist mit gesteigerter Nervenzell-Aktivität im Bereich der zentralen Hörbahn. Dazu entsprechend findet sich in funktionell bildgebenden Verfahren bei Tinnituspatienten eine erhöhte Stoffwechsel-Aktivität im Bereich der Hörrinde. Die transkranielle Magnetstimulation (TMS) ist eine nicht-invasive biophysikalische Stimulationsmethode, die auf dem Prinzip der elektromagnetischen Induktion beruht und mit starken Magnetfeldern von 1,5 - 2 Tesla nahezu widerstandslos die Schädeldecke eines Menschen durchdringen kann. Als niederfrequente Variante (1 Hz Stimulationsfrequenz) ist es der TMS möglich, übererregte Gehirnareale in ihrer Aktivität zu dämpfen. Auf diesem Prinzip beruhend wurden auf wissenschaftlicher Basis bereits akustische Halluzinationen bei schizophrenen Patienten erfolgreich behandelt, die ebenfalls eine Übererregbarkeit im Bereich der Hörrinde aufweisen.

Abb. 1: Behandlung eines Tinnitus-Patienten mittels neuronavigierter, transkranieller Magnetstimulation
Abb. 1: Behandlung eines Tinnitus-Patienten mittels neuronavigierter, transkranieller Magnetstimulation
  
Vor dem Hintergrund dieser Therapieergebnisse sowie aufgrund der oben zitierten neurophysiologischen und funktionell bildgebenden Befunde bei chronischem Tinnitus werden von unserer Arbeitsgruppe Tinnituspatienten mit einer niedrigfrequenten TMS über dem Bereich der Hörrinde therapiert. Hierbei wird mit Hilfe eines Kamerasystems und auf dem Boden bildgebender Befunde die Spule exakt über dem Ort der höchsten metabolischen Aktivität im Bereich der Hörrinde positioniert (Abbildung 1). Der Ort größter Aktivität wird in unserer Studie mithilfe der Positronenemissionstomographie (Abbildung 2) ermittelt.
Abb. 2: Positronenemissions- tomographie des Gehirns mit erhöhter Stoffwechselaktivität im Bereich der linken Hörrinde (Pfeil)
Abb. 2: Positronenemissions- tomographie des Gehirns mit erhöhter Stoffwechselaktivität im Bereich der linken Hörrinde (Pfeil)

    

Genetische Marker bei Patienten mit chronischem Tinnitus

Aktuelle neurobiologische Konzeptualisierungen interpretieren den chronischen Tinnitus als Ausdruck dysfunktionaler neuroplastischer Prozesse in kortikalen Netzwerken, die ebenfalls in die Ätiopathogenese chronischen Schmerzerkrankungen involviert sind, Erkrankungen bei denen genetische Determinanten eine wesentliche Rolle spielen. Aus diesem Grunde liegt es nahe, auch beim chronischen Tinnitus nach Vulnerabilitätsgenen zu forschen, die die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Ohrgeräusches modulieren können. Weitere Hinweise auf eine hereditäre Komponente des chronischen Tinnitus werden durch eine positive Familienanamnese sowie durch die Tatsache belegt, dass zumindest eine Teilgruppe von Patienten mit chronischem Tinnitus Persönlichkeitsmerkmale zeigt, die genetisch mitbeeinflusst sind.
Konkret werden im Rahmen dieser Studie Blutproben bei Patienten mit chronischem Tinnitus sowie bei gesunden Kontollprobanden gesammelt und miteinander verglichen. Vor dem Hintergrund einer neuroplastischen Komponente in der Genese des chronischen Tinnitus werden bevorzugt Genvarianten untersucht, die für verschiedene neurotrophe Faktoren (Polypeptide, die neuronale Entwicklung und Funktion steuern, indem sie axonales Wachstum und das Wachstum von Dendriten anregen) kodieren.

Die Universitäts-HNO-Klinik ist Kooperationspartner der Tinnitus Research Initiative. Nähere Informationen finden Sie unter: www.tinnitusresearch.org.

Anlaufpunkt für Tinnituspatienten stellt das Tinnituszentrum der Universität Regensburg dar.

    

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Letzte Aktualisierung: 21.01.2011 | Online-Redaktion
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