
Brückenpflege in der Onkologie
Die Brückenpflege als ein besonderer Krankenhausdienst zur Verbesserung der häuslichen Versorgung krebskranker Patienten wurde ab 1990 mit großem Erfolg in Baden-Württemberg an Tumorzentren und onkologischen Schwerpunktkrankenhäusern eingerichtet.
Um Krebspatienten lange Krankenhausaufenthalte zu ersparen und so viel Zeit wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung zuhause zu ermöglichen sollen speziell geschulte Mitarbeiter für den Patienten eine "Brücke" bauen zwischen Schwerpunktklinik und häuslichem Bereich.
Brückenpflege – Warum speziell bei Stammzell-transplantierten Patienten?
Patienten nach allogener Knochenmark- oder Stammzelltransplantation stellen insbesondere in den ersten sechs Monaten nach Transplantation eine besondere Herausforderung in der ambulanten Versorgung dar. Aufgrund ihrer schwersten Immundefizienz – das Spenderimmunsystem etabliert sich erst im Lauf der ersten sechs bis zwölf Monate im Empfängerorganismus – besteht das Risiko des Auftretens schwerer bis lebensbedrohlicher Infektionen, insbesondere durch opportunistische Erreger. Zudem können sowohl akute als auch chronische Transplantatreaktionen (= Graft-versus-Host-Disease) zu schweren bis lebensbedrohlichen Komplikationen führen. Nur die genaue Kenntnis der zu erwartenden Komplikationen und eine rasche und zielgerichtete Diagnostik und Therapie kann dazu beitragen, das Mortalitätsrisiko dieser Patienten, zu minimieren.
Es ist daher von vitaler Bedeutung, dass diese Patienten auch in der ambulanten Betreuungsphase regelmäßig am Transplantationszentrum durch Ärzte und Pflegekräfte, die in der Beurteilung der Symptomatik dieser Patienten erfahren sind, gesehen und beurteilt werden.
Um den Betreuungsbedarf von Leukämiepatienten sowie von Patienten nach Stammzelltransplantation sicherzustellen, ist eine engmaschige Vernetzung aller an der Therapie des Patienten beteiligten Berufsgruppen (Hausärzte, Fachärzte, Pflegedienste, Sozialdienste, Physiotherapie, Apotheken, Ernährungsdienste, etc.) im klinischen und ambulanten Sektor erforderlich. Die Brückenpflege stellt hier das Bindeglied zwischen Krankenhaus und häuslichem Bereich dar und sorgt für die Schaffung einer Infrastruktur vor Ort.
Integrierte Versorgung in Regensburg
Erfreulicherweise erklärte sich die AOK Bayern bereit, unser Modellprojekt durch Abschluss eines Vertrages zur integrierten Versorgung von allogen Stammzelltransplantierten Patienten im
Juli 2004 langfristig zu unterstützen und zu fördern.
Patienten nach allogener Stammzelltransplantation, die sich für die Einschreibung in den Versorgungsvertrag entscheiden, werden im Zeitraum ab Tag 0 bis Tag 180 nach allogener Transplantation durch das Team der Brückenpflege im Sinne der Betreuungskontinuität sowohl im stationären als auch ambulanten Sektor begleitet.
Wir freuen uns daher sehr, dass uns die AOK Bayern durch Fortschreibung des Vertrages zur integrierten Versorgung seit dem Jahr 2004, die Fortsetzung dieses erfolgreichen Modellprojektes ermöglicht.
Danksagung
Unser Dank gilt der Leukämiehilfe Ostbayern, ohne deren großzügige spendenfinanzierte Unterstützung der Aufbau des Brückenpflegeteams im Jahr 2003 nicht möglich gewesen wäre und die dafür sorgt, dass unser Team mit einem zur Verfügung gestellten Dienstauto mobil bleibt.
Wer ist die "Brückenpflege"?
Wir sind ein Team aus vier examinierten Pflegekräften der KMT Station 21 am Universitätsklinikum Regensburg die abwechselnd 5 Tage in der Woche die Stelle der Brückenpflege besetzen.
(Mitarbeiter der KMT-Brückenpflege)
Unsere Aufgaben und Ziele:
Zu erreichen ist das Team der Brückenpflege:
Montag bis Freitag von ca.7.30 bis 15.30 Uhr
Tel.: 0173 8642-246 (Handy)
0941 944-5544 (Anrufbeantworter)
Für Fragen sind wir auch per E-Mail zu erreichen
bruecken.pflege@klinik.uni-regensburg.de