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Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde

Retinologie

Leitung: PD Dr. med. Carsten Framme

Selektive RPE-Laserbehandlung (SRT)
Bei dieser von Prof. Birngruber und Prof. Roider entwickelten neuartigen Behandlungsform für RPE-assoziierte Erkrankungen wird das RPE (Retinales Pigmentepithel) selektiv mit repetitiven Laserpulsen im Mikrosekundenbereich behandelt ohne dass die darüberliegende neurosensorische Netzhaut zerstört wird. Erkrankungen wir z.B. diabetische Makulopathie oder Retinopathia centralis serosa (RCS) können durch die resultierende Verbesserung der "Pumpfunktion" des RPE in Ihrem Verlauf günstig beeinflusst werden ohne dass laserbedingte irreversible Gesichtsfeldausfälle entstehen. In Zusammenarbeit mit dem Medizinischen Laserzentrum in Lübeck (MLL) werden tierexperimentell verschiedene Laserparameter untersucht, um derzeit bestehenden Behandlungsregime möglicherweise optimieren zu können. Da die Laserläsionen ophthalmoskopisch unsichtbar sind und generell postoperativ mittels invasiver Fluoreszenzangiographie visualisiert werden müssen, konnte mit dem Heidelberg Retina Angiographen (HRA) gezeigt werden, dass über die Autofluoreszenz ein nicht-invasiver Nachweis der Läsionen und damit des Lasererfolges gelingt. Der online-Nachweis direkt während der Behandlung ergibt sich über die Messung optoakustischer Potentiale, die bei der Therapie über das Kontaktglas gemessen werden und eine Änderung anzeigen, wenn das RPE erfolgreich behandelt wurde.
Positive therapeutische Effekte wurden in ersten Pilotstudien - auch hier an der Regensburger Klinik - bei Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration, bei RCS und bei diabetischer Makulopathie aufgezeigt. Derzeit wird dieses Verfahren im Rahmen klinischer Studien, auch für andere Erkrankungen, weiterhin an unserer Klinik evaluiert.
In Zusammenarbeit mit den Wellman Laboratories of Photomedicine der Harvard Medical School in Boston wird darüber hinaus eine mögliche Weiterentwicklung der SRT mittels einer scannenden Methode tierexperimentell untersucht. Dabei wird geschaut, ob eine selektive Laserbehandlung auch mit einem konventionellen Laserstrahl möglich ist, wenn dieser mittels eines spaltlampengekoppelten Deflektors scannend über die Netzhaut gefahren wird, so dass jede Zelle nur für einen Mikrosekundenbruchteil bestrahlt wird.   Erste tierexperimentelle Ergebnisse weisen auf die prinzipielle Durchführbarkeit dieser Methode hin. Dieses könnte insgesamt schließlich zu einer sehr feinen, eventuell sogar prophylaktisch durchführbaren Behandlungsmöglichkeit führen.
Mitarbeiter: Dr. A. Walter, Dr. P. Prahs

Experimentelle Untersuchungen zur Photodynamischen Therapie (PDT)
In Zusammenarbeit mit dem MLL wurde tierexperimentell ein neuer Photosensitizer auf Bacteriochlrophyllebene zur Behandlung von Gefäßneubildungen bei Altersabhängiger Makuladegeneration   (AMD) untersucht. Gegenüber dem Verteporfin zeichnet sich der Farbstoff durch geringere Phototoxizität als auch aufgrund höherer Wellenlängenabsorption durch tiefere Gewebepenetration aus. Dabei wurden eine Vielzahl möglicher Behandlungsparameter klinisch sowie histologisch untersucht um optimale Einstellungen zu gewährleisten. Ziel war dabei aufzuzeigen mit welchen Parametern die Aderhaut optimal verschlossen werden kann, um Rückschlüsse auf entsprechende Einstellungen für die Behandlung von Gefäßneubildungen im Rahmen der AMD zu finden.   In einem Tiermodell für solche Gefäßneubildungen konnte das Potential dieses Farbstoffes neugebildete Gefäße zu verschließen erstmals demonstriert werden.
Ebenfalls wurde tierexperimentell mittels PDT-Behandlungen von gesunder Aderhaut und experimentell erzeugten Gefäßneubildungen der Hornhaut untersucht, ob eine photodynamische Behandlung mit dem klinisch üblicherweise verwendeten Farbstoff Verteporfin effektiver ist, wenn mit geringeren Leistungen bestrahlt wird als mit den heute üblichen. Onkologische Studien zeigen deutlich eine Effizienzabnahme der PDT, wenn bei hoher Laserleistung der im Gewebe vorhandene Sauerstoff massiv reduziert wird. Bei der Schwellenbehandlung im Tiermodell konnten entsprechende Hinweise auch für die Gefäßneubildungen am Auge erbracht werden.

Klinische Studien
In Rahmen von Doktorarbeiten werden die klinischen Ergebnisse verschiedener Verfahren zur Behandlung der AMD verglichen. Dabei konnten erste Ergebnisse zeigen, dass auch die selektive PDT klinisch im Langzeitverlauf keiner deutlich besseren Ergebnisse erbringt als die zuvor übliche konventionelle Laserkoagulation. Dennoch haben die Patienten deutliche Vorteile, da bei der PDT der Verlauf der Erkrankung verzögert wird und keiner laserbedingten zentralen Gesichtsfeldausfälle auftreten. Die derzeit immer breiter eingesetzten medikamentösen Behandlungen mittels Injektion von entsprechenden Substanzen in den Glaskörperraum stellt ein neuartiges Verfahren da, bei dem sogar häufig Sehverbesserungen verzeichnet werden.
Von operativer Seite wird ebenfalls im Rahmen von Doktorarbeiten das klinische Ergebnis nach Einnähen von Hinterkammerlinsen bei schwerwiegenden Problemen der Augenlinse evaluiert. Erste Ergebnisse nach diesem recht komplizierten Eingriff zeigen dabei gute Verläufe mit einem Anstieg der Sehschärfe. Weiterhin wird der Nutzen von neuartigen sogenannten schweren Ölen zur Behandlung sehr schwerwiegender Netzhauterkrankungen untersucht. Diese Öle sollen möglichst das Auftreten einer erneuten Netzhautablösung verhindern. Derzeit wird die statistische Erhebung durchgeführt.

Ökonomie
Zur ökonomischen Bewertung von Netzhaut-Operationen werden die Kosten für verschiedene Operationen errechnet und der neuen Entgeldsituation seit Einführung der DRG-Phase gegenübergestellt. Ziel ist dabei die Neubewertung einzelner Operationssegmente und damit eine einheitlichere Kostenerstattung für entsprechende operative Prozeduren im Krankenhaus.

 

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Letzte Aktualisierung: 21.10.2008 | Online-Redaktion
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